Love is in the air…!Die Müllers und der Valentinstag.
14. Feb. 2012 von Maryam Warnke

Die rosa Wolke hat uns wieder.
Und die Blumenhändler freuen sich. Schließlich ist heute der zweit-umsatzstärkste Tag des Jahres für sie (nach Muttertag). Denn in der Woche um den 14.Februar geben die Deutschen doppelt so viel für Blumen aus, wie in einer normalen Woche. Die Umsatztreiber dabei: Männer.
Also ist auch Thomas gestern losgetingelt, um seiner Claudia –natürlich!– einen Strauß roter Rosen zu kaufen. Claudia weiß das sehr zu schätzen, denn wie auch 68% der Deutschen freut sie sich sehr über eine kleine Aufmerksamkeit zum Valentinstag von ihrem Partner. Mit einem Anteil von 37,5% gilt der Rosenstrauß als beliebtestes Valentinstagsgeschenk. Über 943 Millionen Rosen im Wert von 201,9 Millionen Euro werden jedes Jahr nach Deutschland eingeführt, mit dem Ziel den Beschenkten (natürlich meist Frauen) eine Freude zu machen. 68,9 % der importierten Rosen kommen dafür von unseren Nachbarn – den Niederländern.
Die Rosen hat Thomas aus einem Blumenladen (76%). Schließlich ist nur einmal im Jahr Valentinstag und da darf es schon etwas Wertiges sein: ca. 20 Euro hat Thomas für seinen Strauß bezahlt.
Neben einer kleinen Liebesbekundung die Claudia ihrem Thomas liebevoll auf eine Valentinskarte (dritt-häufigstes Valentinsgeschenk) geschrieben hat, hat sie Ihrem Schatz auch noch etwas zum Naschen gekauft, genauer gesagt ein großes Schokoladenherz (Mit 62,9% Platz 2 der beliebtesten Geschenke nach Blumen).Damit hat Sie nicht nur ihrem Thomas sondern auch dem Einzelhandel etwas Gutes getan. Für ihn ist das Fest der Liebe das viertwichtigste Datum im Kalender (nach Weihnachten, Ostern, Muttertag). Und das, obwohl der Umsatz pro Artikel eher gering ausfällt: meist 10-25 Euro frei nach dem Motto „Kleine Geschenke erhalten die Liebe“.
Sind die Geschenke in Ordnung, klappt’s auch im Bett. Denn laut einer Studie (TNS Infratest 2009) sollen Menschen die am Valentinstag beschenkt werden oder selber schenken, mehr als 3 mal so viel Lust auf Sex verspüren wie Menschen die sich nichts zum Valentinstag schenken.
…Ach! könnte nicht jeden Tag Valentinstag sein!
Quellen:
Informationsgenossenschaft Agrarmarkt (AMI) 2010 Floristenpanel 2010. TNS Infratest/Ebay
TNS Infratest/Fleurop
Destatis 2010
Bundesverband der Süßwarenindustrie 2009
10.12.2011: Die Weihnachtslawine.
10. Dec. 2011 von Anke Strunz

Und da schiebt sie sich wieder durch die Last-Christmas-beschallten Gänge der großen Einkaufsparadiese: eine Lawine aus Jägern und Sammlern. Immer auf der Suche nach dem schönsten/passensten/praktischstem Weihnachtsgeschenk.
In der Multimedia-Abteilung erblicken wir: Claudia und Thomas Müller (wie 39% bevorzugen auch sie den Geschenke-Kauf in Warenhäusern mit großer Auswahl). Etwas bedröppelt stehen sie vor dem Regal mit Computerspielen und wissen nicht so recht, worüber sich Jan freuen könnte. „Dann wird es wohl doch wieder auf Geld hinauslaufen“, denkt sich Claudia und seufzt. Jan wird´s freuen. Schließlich ist das sein Geschenkwunsch Nummer 1 (Grundlage: 18-24 Jährige).
Bild: www.merkur-online.de
Quellen: Forsa/TK Maxx 2011, Bitkom 2009, Innofact.
9.12.2011: Halligalli auf der Weihnachtsfeier.
09. Dec. 2011 von Anke Strunz

Wie 58% der Deutschen nimmt Thomas Müller an seiner Firmen-Weihnachtsfeier teil. Neben Plätzchen, Essen und Chef-Ansprachen erwartet ihn hier auch eine Menge Glühwein und viele nette Kollegen. Mit denen will er zwar vornehmlich Freundschaften und sein Netzwerk pflegen (wie 11% der Wehnachtsfeier-Besucher), mit der weiblichen Belegschaft hat er jedoch noch etwas ganz anderes vor… Wie 52% der deutschen Arbeitnehmer sucht er auf der Weihnachtsfeier ein erotisches Abenteuer.
Moment mal, wie bitte? 20 Jahre Ehe aufs Spiel setzten (74% der Frauen würden sich wegen eines Seitensprungs trennen) für die kecke Kollegin aus dem 2. Stock? Schaut man genauer hin, gibt es Entwarnung: Auch wenn Thomas wöllte, statistisch gesehen geht er nicht fremd. Laut Freundin-Studie aus dem Jahr 2009 gibt es sie noch, die treue Mehrheit (47% Fremdgeher). Jetzt kann Claudia beruhigt schlafen und wir freuen uns mir ihr gemeinsam auf das Fest der Liebe.
Bild: zeit.de
Quellen: Stern/Forsa 2008, German Consulting Group 2006, Freundin 2009, FUNK Uhr 2006
8.12.2011: Spendenaufruf!
08. Dec. 2011 von Anke Strunz

Ob RTL Spendenmarathon oder bunt gestaltete Karten aus dem SOS Kinderdorf – die Aufrufe zur monetären Hilfeleistung häufen sich vor allem zur Weihnachtszeit. Das ist auch Claudia Müller bei ihrem täglichen Gang zum Briefkasten aufgefallen (wie 85,5% der Deutschen haben die Müllers keinen „Bitte keine Werbung“-Aufkleber an ihrem Briefkasten und erhalten daher Anzeigenblättchen, Flugblätter und Werbebriefe). Ein schlechtes Gewissen lässt sie sich davon jedoch nicht machen. Wie 62% der Deutschen spenden die Müllers nicht und wenn, dann würden sie diese Spende auch nicht an Weihnachten binden (nur 5% tun dies).
Damit ist Deutschland ein Schlusslicht im europäischen Vergleich. Die spendabelsten sind die Niederländer: gut zwei Drittel von ihnen spenden jährlich Geld für wohltätige Zwecke. Bei den Briten und Schweden sind es immerhin 50%.
Zur Ehrenrettung sei gesagt: Müllers sind keine Unmenschen. Bei großen Katastrophen wie dem Tsunami-Unglück Ende 2004 beispielsweise spendeten auch sie. Die Spendenquote im Jahr 2005 lag bei 50%.
Quelle: GfK „Charity“ 2011, Emnid 2006, Ifak Institut/VuMa 2010, TNS Infratest 2009.
7.12.2011: Was ist eigentlich X-Mas?
07. Dec. 2011 von Anke Strunz

X-Mas-Rätsel, X-Mas-Gewinnspiel, X-Mas-schieß-mich-tot… Überall prangt der Schriftzug und soll auf 5 Zeichen verdichten, das Kinderaugen leuchten lässt: Besinnlichkeit, Vorfreude und Weihnachtstraditionen. Soll er, macht er aber nicht. So befand der Verein Deutsche Sprache den kühlen Konsumbegriff zum „überflüssigsten und nervigsten Wort 2008“.
Da kann Claudia nur zustimmen. Sie weiß auch gar nicht, woher die Abkürzung eigentlich kommt.
Die Schreibweise stammt aus dem englischen Sprachraum und ist die Abkürzung für Christmas. Das X leitet sich vom griechischen Wort für Christus (X…) ab, ist also ursprüngliche eine theologische Abkürzung.
Bild: www.bildagentur-illustrationen.de.
Quelle: Die Welt 2008, Coppenrath Verlag 2011.
5.12.2011: Lieber Weihnachtsmann.
05. Dec. 2011 von Anke Strunz

350.000 Briefe in einem Monat – das schafft wahrscheinlich nicht mal Justin Bieber. Der Star in diesen Tagen: Herr Weihnachtsmann. Seine Fanpost trudelt in insgesamt sieben deutschen Weihnachtsmann-Poststuben ein: Himmelpfort und Himmelpforten, Himmelthür (Hildesheim), Himmelstadt, St.Nikolaus (Großrosseln), Nikolausdorf und Engelskirchen.
Freilich, da kommen nicht nur Fan-Bekundungen und Liebeserklärungen auf den Tisch, sondern größtenteils: Wunschzettel.
Ganz oben auf der Wunschliste stehen Spielekonsolen. Doch der Trend, so sagen rot-weiße Insider, geht klar zum immateriellen Wunsch. Waren es früher fast ausschließlich Computer, die auf den Wunschzetteln standen, wünschen sich die Kinder von heute mehr und mehr Frieden, Arbeit für die Eltern, Gesundheit und vor allem: Schnee.
Unter den 350.000 Briefen ist allerdings keiner von unseren Müllers. Wie 87% der Deutschen verzichten sie auf die Wunsch-Auflistung. Claudia versucht es indes mit kleinen beiläufigen Bemerkungen über Dinge, die ihr GANZ GUT gefallen (36% der Deutschen tun das auch).
Und Jan? Von dem bekommt weder der dicke Rauschebart noch das Christkind Post. Schon lange nicht mehr! Nachdem er mit ca. 6 Jahren von der Nicht-Existenz des Weihnachtsmannes erfahren musste, schrieb ein paar Jahre lang zwar noch Wunschlisten; die glichen aber eher einem Einkaufszettel für die Eltern. Heute sagt er ganz offen seine konkreten Wünsche, meistens ist das: Geld. Und dieser Wunsch ist so kurz, den braucht man nicht mal aufschreiben.
Für alle anderen, die der Häufigkeit entwischen wollen und dem Weihnachtsmann dennoch schreiben wollen: Bis zum 15.12.2011 werden die Briefe im größten Weihnachtsmannbüro Himmelfort noch beantwortet! Die Adresse:
Quelle: EBay 2011, FAZ 2009, Süddeutsche 2009/2010/2011.
3.12.2011: Oh du Stressige..
03. Dec. 2011 von Anke Strunz

In Zeiten zahlloser Burn-Out-Zeitungsartikel und vielbeworbener Anti-Stress-Seminare will sich momentan auch bei Claudia Müller die vorweihnachtliche Besinnlichkeit nicht so recht einstellen. Wie 63% der Deutschen empfindet auch sie die Weihnachtszeit als zu stressig . Dabei nerven sie am meisten die überfüllten Geschäfte (50%). Müssen die auch alle zur gleichen Zeit Geschenke kaufen?
Vielleicht sollte Claudia ihre Geschenke-Käufe mit langen Spaziergängen verbinden. Die sind nämlich für immerhin 68% der Deutschen ein ideales Mittel zum Stressabbau.
Quellen: Forsa/TK Maxx 2011, Ebay 2011, Forsa/DAK 2008)
Claudia und Thomas auf dem Friedhof.
18. Nov. 2011 von Anke Strunz

Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool
Der Tod und das Mädchen die Müllers.
Über das Thema Tod und Sterben denken die Müllers nicht oft nach. Mit Freunden reden sie nur sehr selten darüber. (lediglich 6% der Deutschen reden mit Freunden/Bekannten über dieses Thema, analog: 56% der Familien haben noch nie über Organspende gesprochen. Vgl. TNS Infratest/Europäische Kommission 2009, Forsa/Comdirect 2009). Doch am kommenden Sonntag ist Totensonntag, der letzte Sonntag des Kirchenjahres. Ein Datum, das Viele nutzen um ihren verstorbenen Verwandten zu gedenken. Und auch Claudia und Thomas Müller werden die Gelegenheit wahrnehmen und den Verstorbenen einen Friedhofsbesuch abstatten.
Alles Geschäftemacherei!
Das Grabgesteck, dass sie mitbringen werden, hat Claudia bereits gekauft. Ziemlich teuer war das ihrer Meinung nach. Und damit steht sie nicht allein da. Rund ein Drittel der Deutschen halten die Angebote rund um Trauer, Beisetzung, Blumenkränze und Co. für eine ziemliche Geschäftemacherei (Umfrage der Apothekenumschau, 2011).
Gesellschaftliche Trends machen auch vor dem Friedhof nicht halt.
Doch was heute als „Geschäftemacherei“ verteufelt wird, galt noch vor 100 Jahren als Prestigesymbol. Als Zeichen des bürgerlichen Wohlstands konnten die Grabstätten nicht pompös genug sein. Parallel zum Boom öffentlicher Denkmäler auf städtischen Plätzen und Straßen entwickelte sich ein regelrechter „Grabdenkmal-Kult“ (Norbert Fischer, 1999). Die Überbleibsel dessen –mit Moos bewachsene und in Efeu gebettete Grabfiguren– verführen Claudia und Thomas auch heute noch zu einem romantischen Spaziergang über den Gottesacker. Dabei fallen Claudia auch die vielen unterschiedlichen Gräber und Bepflanzungen auf. Herr Terfrüchte von der Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner bestätigt: „Die Gestaltung der Gräber wird immer individueller und freier. Wo früher Erika und Efeu dominierten, durchsetzen heute Strukturbeete das Einheitsgrau des Friedhofs. Sie werden auf Grabstein, Umgebung und persönliche Vorlieben der Hinterbliebenen und/oder Verstorbenen abgestimmt.“
Der Friedhof also ein Spiegelbild des Individualisierungstrends?
Weniger Christen, weniger Erdbestattung.
Auch wenn die Mausoleen des Friedhofs den Müllers imponieren, darin begraben sein möchten sie nicht. Sie bevorzugen eine schlichte Feuerbestattung. 2011 wünschten sich auch 48% der Deutschen diese Art der Beisetzung. (2010 wurde für 46% der Verstorbenen diese Methode gewählt. Tendenz steigend: +20% seit 1999. In Köln liegt der Anteil sogar bei 55%. Vgl. Bundesverband Deutscher Bestatter, TNS Emnid, Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner).
Ihre Meinung dazu: Unsere letzte Ruhestätte soll pflegeleicht und einfach sein. Denn ob sich Jan später um das Grab der Eltern kümmern kann und will – steht noch in den Sternen (Und deswegen werden sich die Müllers in späteren Jahren vermehrt selbst um die Grabversorgung kümmern. Besucher von Vorsoge-Veranstaltungen sind überwiegend um die 70 Jahre, unsere Müllers haben daher noch ein paar Jahre Zeit, Vgl. Herr Terfrüchte von der Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner).
Doch mit der Zunahme von Feuerbestattung zeigt sich nicht nur eine zunehmende Mobilisierung der Gesellschaft (Jan) und ein Trend zu Einfachheit und Reduktion, sondern vor allem auch ein fundamentaler Wandel im Glauben. Mit der abnehmenden Bedeutung der Grablegung Christi und dem Glauben an eine Auferstehung hat auch die Erdbestattung an Relevanz verloren (Anteil der Konfessionslosen 1990: 22,4%, 2010: 34,6%, vgl. FOWID).
Aber genug über den Tod philosophiert! Der Totensonntag bedeutet schließlich nicht nur Trauer und Gedenken, sondern läutet auch die Vorweihnachtszeit ein. Ab Montag heißt es wieder: Weihnachtsmarktidylle, Glühwein und gebrannte Mandeln. Und darauf freuen sich die Müllers ganz besonders. Aber davon später mehr…
Kölle Alaaf! Die Müllers und der Karneval.
10. Nov. 2011 von Maryam Warnke

Morgen am 11.11.2011 um 11:11 Uhr ist es wieder soweit für den Karnevalsanfang!
53% der Deutschen sind eher als Karnevalsmuffel zu betrachten, aber die Müllers leben in NRW, und da wird die 5. Jahreszeit kräftig zelebriert und gefeiert!
Obwohl die Karnevalszeit jetzt erst eingeläutet wird und die richtige Sause zur Weiberfastnacht erst noch bevor steht, stimmen sich die Müllers wie 58% der Karnevalsbegeisterten jetzt schon auf die kommenden Monate ein. Die Müllers freuen sich schon das ganze Jahr darauf, denn Karneval finden sie einfach super. Wie 65% der Deutschen finden die Müllers außerdem, dass Karneval definitiv zeitgemäß ist.
„Köln ist Deutschlands Karnevalhauptstadt Nr.1“
Müllers wohnen mitten drin im Karnevalsgetümmel, denn Köln ist Karnevalhauptstadt Nr. 1 in Deutschland. Das jedenfalls meinen die Müllers und 48% der Deutschen stimmen ihnen zu. Erst mit großem Abstand folgen Mainz (17,2 %), Düsseldorf (12,7 %) und Bonn(7,5 %).
„Ich freue mich auf die bunten Umzüge und Büttenreden“
Claudia und Thomas freuen sich wie 64% der Deutschen besonders auf die Umzüge mit den Motivwagen und auf die Büttenreden (wie 58% der Deutschen). Außerdem gefällt den Beiden, dass zu dieser Zeit die sonstigen gesellschaftlichen Unterschiede nicht gelten (wie 54% der Deutschen). Jan hat für Motivwagen und Büttenreden allerdings nicht wirklich viel übrig. Wie die Mehrheit der Deutschen Teenager lassen Jan die Büttenreden zu Karneval kalt (51%). Für ihn ist Karneval eher die Zeit sich mit Freunden zu treffen und zu feiern.
„Mich zu Karneval zu verkleiden ist mir wichtig“
Claudia freut sich wie 58% der Frauen besonders auf das Verkleiden, wohingegen Thomas sich mehr auf die abendlichen Kneipengänge mit seinen Kumpels freut. In der Kneipe wird dann bei einem Glas Reissdorf Kölsch (Marktführer) das Viva Colonia angestimmt und freudig geschunkelt.
Der 11. November ist auch Martinstag.
Der 11. November wird auch Martinstag genannt, angelehnt an den heiligen Martin von Tours der seinen Mantel teilte um einem frierenden Bettler zu helfen. Neben den üblichen Reden zum Karnevalsanfang gibt es daher vielerorts die Martinstag Umzüge bei denen Kinder mit Laternen freudig durch die Städte und Dörfer ziehen und dabei Martinslieder singen wie: “Ich gehe mit meiner Laterne…“.Das hat Jan früher auch gemacht doch aus dem Alter ist er heute definitiv raus, was Claudia sehr bedauert.
Wir wünschen den Müllers mit einem lauten „Kölle Alaaf“ einen schönen Karnevalsanfang!
Quellen:
EMNID: Umfrage zu Karneval in Deutschland (2010)
ifD Allensbach: Finden sie Karneval noch Zeitgemäß? (2009)
TNS emnid: Welche der Karnevalsformen gefallen ihnen am besten? (2009)
Forsa/Stern: Wie ist ihre Einstellung zu Karneval in Deutschland? (2010)
FAZ- Umfrage: Köln ist die Hauptstadt des Karnevals (2010)
www.koeln.bonn.business-on.de- Karnevals Umfrage (2010)
www.deutschland-deluxe.de – Karneval in Köln (2010)
www.heiliger-martin.de- Legenden
Bildquelle:
Flickr.com: Instant Geniesser- Karneval in Köln 2008
Dem Grusel auf der Spur: die Müllers und Halloween.
31. Oct. 2011 von Anke Strunz

„Da draußen, da rollt die Horrorwalze“ betitelte 2002 Die Zeit einen Beitrag zum Thema Halloween. Heute, fast ein Jahrzehnt später scheint das Gruseltreiben am Vorabend zu Allerheiligen als jährliche Verkleidungsarie in der Mitte der Gesellschaft angekommen zu sein. Wirklich? Werfen wir doch mal einen Blick in das Müllersche Wohnzimmer: Finden wir auch dort einen beleuchteten Kürbis und künstliche Spinnenweben?
Wie die meisten Rheinländer (66%Resuma, 2009) finden auch die Müllers Halloween ganz in Ordnung. Ob das an der oft zitierten „Offenheit der Rheinländer“ liegt oder an der thematischen Nähe zum Karneval lässt sich nicht endgültig klären.
Woher der Brauch des sich gruselig Verkleidens kommt, wissen Thomas, Sabine und Jan nicht so genau. Wie 66% der Deutschen würden sie es am ehesten für eine kommerzielle Erfindung des Handels halten (Resuma, 2009). Dabei findet das Fest seinen Ursprung in alten irischen Bräuchen. Ausgewandert nach Amerika, kam das große Spuken erst Anfang der 90er nach Deutschland.
Ob Import oder europäischer Re-Import, der Handel hat Halloween jedenfalls fest ins Herz geschlossen. Mit geschätzten 200 Millionen Umsatz in diesem Jahr (Prognose laut Jan Großmann, Marktjagd) ist das Gruselfest bereits das drittgrößte Saisonalgeschäft nach Weihnachten und Ostern. Vor allem Süßwarenartikler profitieren vom Boom.
Auch Claudia Müller hat neben ein paar herbstlichen Kürbis-Dekorationen viele Süßigkeiten für den 31.10. eingekauft. Neben den obligatorischen salzigen Snacks und der Vollmilchschokolade, die Müllers immer zum Knabbern vorrätig haben, findet sich nun auch eine bunte Auswahl an Bonbons und Täfelchen. Doch die sind primär nicht für Claudia, Thomas und Jan – sondern für die Kinder, die heute Abend wieder an der Türen klingeln und „Süßes, sonst gibt’s Saures“ rufen.
Bis vor ein paar Jahren ist auch Jan mit Freunden durch die Straßen gezogen. Mit 18 ist er allerdings seiner Meinung nach viel zu alt dafür. Heute freut er sich stattdessen auf die Halloweenparty mit Freunden. Schließlich ist am 1.01. Allerheiligen, ein Feiertag in NRW. Da kann er heut noch mal ordentlich feiern.
Doch warum ist Halloween so erfolgreich? Warum geben die Deutschen 200 Millionen für gruselige Kostüme, Kürbisdeko und Süßigkeiten für ein Fest aus, das hierzulande noch bis vor 20 Jahren völlig unbekannt war? Glaubt man Prof. Gunther Hirschfelder von der Universität Regensburg verbirgt sich dahinter eine gesamt-gesellschaftliche Sehnsucht nach neuen Bräuchen. Der Mensch als soziales Wesen sehnt sich nach festen Ankern im Kalender. Mit dem Verlust christlicher Feiertage und Riten und der fortschreitenden Globalisierung sämtlicher Lebensbereiche erfüllen heute zunehmend Sportevents, Valentinstag oder eben Halloween den Wunsch nach wiederkehrenden und struktur-gebenden Ereignissen. Ein Vorteil von Halloween ist dabei laut Hirschfelder die klare Symbolik des Festes: der pralle Kürbis. Als “Markenzeichen” ist der Kürbis einfach und schnell erfassbar, zudem entspricht die Symbolik der gesellschaftlichen Entwicklung: jahreszeitlich und nicht sakral.
Wir lernen also: Die Müllers sind, wie alle Menschen, Gewohnheitstiere. Sie mögen feste Daten im Kalender, auf die sie sich freuen können. Vor dem Hintergrund ihrer abnehmenden Religiosität kommt ihnen Halloween gang recht: passt zur Jahreszeit, gliedert sich hervorragend in die Feste-freie Zeit zwischen Ostern und Weihnachten ein und bring zudem auch noch eine Menge Spaß!
Wir wünschen den Müllers ein schaurig-schönes Halloween.
Interview mit Prof.Gunther Hirschfelder auf Stern online, 28.10.2011.


