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22.12.2011: Langsam kommt Freude auf.

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Noch 2 Tage bis Weihnachten! Das Essen ist im Kühlschrank deponiert, die Geschenke verpackt und die Keksdosen randvoll gefüllt mit Vanille-Kipferln, Lebkuchen und Weihnachtsplätzchen. Jetzt kann Weihnachten kommen und langsam stellt sich auch bei den Müllers die besinnliche Vorfreude und Entspannung ein. Am meisten freuen sich alle auf die gemeinsame Zeit mit der Familie (66%). Gefeiert wird, wie bei 68% der Deutschen im engsten Familienkreis.

Doch so richtig durchatmen werden Claudia und Thomas wohl erst an Heiligabend: Nach feierlicher Geschenkübergabe und gemütlich aufs Sofa gekuschelt. An den Festtagen werden sie dann einfach mal die Seele baumeln lassen, Spazieren gehen, Entspannen. Das haben sie sich, ebenso wie 49% der Deutschen, fest vorgenommen.

Bild: 1.bp.blogspot.com

Quellen: EBay 2011, Dr. Oetker 2011, TNS Emnid/Focus 2010, HanseMerkus/Forsa 2009.

13.12.2011: Wie wär’s mit einem Buch.

Aus der Zwischenablagegroß

Claudia ist die Einkaufsverantwortliche bei den Müllers. Während die Adventssonntage an Thomas vorüber plätschern, übernimmt sie, wie 75% der Frauen, das Ruder in Sachen Weihnachtseinkäufe. Als Typ „strategischer Geschenkesammler“ kauft sie bereits ab Oktober kleine Geschenke, um sie zu gegebenem Anlass wieder zu verschenken (20% der Deutschen machen das so). Glück für Claudia, denn so muss sie sich nicht all zu oft dem vorweihnachtlichen Kauf-Terror hingeben.
Aber ein Geschenk fehlt noch: das für Thomas. In diesem Jahr tut sie sich etwas schwer. Vielleicht ein Buch? Immerhin das Weihnachtsgeschenk Nr.1 in Deutschland (62%, besonders gern von Frauen verschenkt). Mit einem Roman braucht sie ihm gar nicht erst zu kommen, das weiß Claudia. Aber ein Sachbuch? Letztens hat Thomas sich so ein Buch über Modellbau bei Amazon angeschaut und dann doch nicht bestellt (zu teuer), vielleicht schenkt sie ihm einfach das. Durchschnittlich 37 Euro wird sie für das Buch ihrer Wahl ausgeben. Da ist im Budget noch eine Kleinigkeit mehr drin. Aber die wird nicht verraten.

Bild: www.coolphotos.de
Quellen: GfK 2011, Ernst&Young 2011, FOM Hochschule für Oekonomie & Management

12.12.2011: Lecker schmecker Plätzchenbäcker.

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Den 3. Advent hat Claudia genutzt um Plätzchen zu backen. Immerhin pflegen diese Weihnachtstradition 77% der Deutschen. Damit gehört das Zuckerwerk für die Republik genau so zu Weihnachten, wie der Weihnachtsbaum (Verbreitung: 74%). Gebacken werden: Weihnachtsplätzchen nach Tante Juttas Geheimrezept. Die Rezeptur ist geheim, selbstredend, aber soviel sei verraten: es handelt sich um Ausstechplätzchen (Mit 63% die beliebtesten Plätzchen der Deutschen), die später mit Kuvertüre und Mandeln liebevoll verziert werden. Denn das Dekorieren –da sind sich 51% der Deutschen einig– ist doch das Schönste an der ganzen Adventsbäckerei.

Doch Ausstechplätzchen sind Claudia nicht genug. Einmal in Fahrt gekommen, verwandelt sich die Müllersche Küche in eine wahre Weihnachtsbäckerei: Zu Juttas Plätzchen gesellen sich dann liebevoll geformte Vanillekipferln (59%), Mürbeteigplätzchen (52%) und ein paar Makronen (43%).

Was auch nicht fehlen darf beim weihnachtlichen Kaffeekränzchen: Stollen. Der ist ein absolutes Muss für 54% der Deutschen.

Eine Hauptzutat der meisten Adventsnaschis: Zucker. Statistisch gesehen verbraucht jeder Deutsche 38kg des süßen Verführers pro Jahr. Einen Großteil davon nehmen wir über fertige Lebensmittel auf, 5,6 kg durch „aktiven Konsum“ in Tee, Tomatensoße oder eben Plätzchen.

Bild: www.augensound.de

Quelle: Dr. Oetker/Forsa 2011, Südzucker 2011, DAHEIM in Deutschland/TNS 2009.

11.12.2012: Karate zum Tatort.

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Passend zum Tatort (Einschaltquoten-Sieger am Sonntag und damit auch Favorit der Müllers) packt Claudia ihre Karate-Hand aus und trennt mit einem Schlag den Rumpf vom Körper. Jetzt wird geschlemmt: Der erste Schoko-Weihnachtsmann ist tot. Einer von rund 100 Millionen, die auch dieses Jahr wieder über die Transportbänder der Schokoladenfabriken fahren. Rund 9 Tonnen Schokolade werden dafür jährlich in Deutschland verarbeitet. Müllers klassisch roter Hohlkörper ist aus Vollmilch und von Riegelein, dem Marktführer bei Saison-Schokoladenwaren. Hier kann man sich langsam schon wieder zurücklehnen: die Hauptsaison der Weihnachtsmannproduktion startet für das Unternehmen nämlich schon im August.

Noch lieber als Schoko-Weihnachtsmänner haben Müllers allerdings Schoko-Osterhasen. 56% der Schokoladen-Hohlkörper-Produktion entfallen nämlich auf die braunen Hoppler im Aluminiumgewand. Wen wundert’s.. ist an Weihnachten doch die Auswahl an verführerischen Leckerein sooo groß.

Grafik: Milka 2002

Quelle: Horizont, Riegelein Pressemeldung 2008, LZ.net 2009, Kraft Foods/Milka. Pressemeldung 2002, Sweet Global Network 2009.

10.12.2011: Die Weihnachtslawine.

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Und da schiebt sie sich wieder durch die Last-Christmas-beschallten Gänge der großen Einkaufsparadiese: eine Lawine aus Jägern und Sammlern. Immer auf der Suche nach dem schönsten/passensten/praktischstem Weihnachtsgeschenk.
In der Multimedia-Abteilung erblicken wir: Claudia und Thomas Müller (wie 39% bevorzugen auch sie den Geschenke-Kauf in Warenhäusern mit großer Auswahl). Etwas bedröppelt stehen sie vor dem Regal mit Computerspielen und wissen nicht so recht, worüber sich Jan freuen könnte. „Dann wird es wohl doch wieder auf Geld hinauslaufen“, denkt sich Claudia und seufzt. Jan wird´s freuen. Schließlich ist das sein Geschenkwunsch Nummer 1 (Grundlage: 18-24 Jährige).

Bild: www.merkur-online.de
Quellen: Forsa/TK Maxx 2011, Bitkom 2009, Innofact.

9.12.2011: Halligalli auf der Weihnachtsfeier.

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Wie 58% der Deutschen nimmt Thomas Müller an seiner Firmen-Weihnachtsfeier teil. Neben Plätzchen, Essen und Chef-Ansprachen erwartet ihn hier auch eine Menge Glühwein und viele nette Kollegen. Mit denen will er zwar vornehmlich Freundschaften und sein Netzwerk pflegen (wie 11% der Wehnachtsfeier-Besucher), mit der weiblichen Belegschaft hat er jedoch noch etwas ganz anderes vor… Wie 52% der deutschen Arbeitnehmer sucht er auf der Weihnachtsfeier ein erotisches Abenteuer.
Moment mal, wie bitte? 20 Jahre Ehe aufs Spiel setzten (74% der Frauen würden sich wegen eines Seitensprungs trennen) für die kecke Kollegin aus dem 2. Stock? Schaut man genauer hin, gibt es Entwarnung: Auch wenn Thomas wöllte, statistisch gesehen geht er nicht fremd. Laut Freundin-Studie aus dem Jahr 2009 gibt es sie noch, die treue Mehrheit (47% Fremdgeher). Jetzt kann Claudia beruhigt schlafen und wir freuen uns mir ihr gemeinsam auf das Fest der Liebe.

Bild: zeit.de

Quellen: Stern/Forsa 2008, German Consulting Group 2006, Freundin 2009, FUNK Uhr 2006

6.12.2011: Nikolaus, komm ins Haus.

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Lebkuchen, Schokolade und Nüsse, die den Schuh verstopfen? Nicht bei den Müllers. Denn statistisch gesehen stellen die Müllers wie 64% der Deutschen zum Nikolaustag keine geputzten  Schuhe vor die Haustür. Ok, ein bisschen Schokolade wird Claudia ihrem Jan in die Schuhe stecken.

Bild: http://www.bookanddrink.com/

Quelle: DAHEIM in Unterwegs/Forsa 2009

5.12.2011: Lieber Weihnachtsmann.

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350.000 Briefe in einem Monat – das schafft wahrscheinlich nicht mal Justin Bieber. Der Star in diesen Tagen: Herr Weihnachtsmann. Seine Fanpost trudelt in insgesamt sieben deutschen Weihnachtsmann-Poststuben ein: Himmelpfort und Himmelpforten, Himmelthür (Hildesheim), Himmelstadt, St.Nikolaus (Großrosseln), Nikolausdorf und Engelskirchen.

Freilich, da kommen nicht nur Fan-Bekundungen und Liebeserklärungen auf den Tisch, sondern größtenteils: Wunschzettel.

Ganz oben auf der Wunschliste stehen Spielekonsolen. Doch der Trend, so sagen rot-weiße Insider, geht klar zum immateriellen Wunsch. Waren es früher fast ausschließlich Computer, die auf den Wunschzetteln standen, wünschen sich die Kinder von heute mehr und mehr Frieden, Arbeit für die Eltern, Gesundheit und vor allem: Schnee.

Unter den 350.000 Briefen ist allerdings keiner von unseren Müllers. Wie 87% der Deutschen verzichten sie auf die Wunsch-Auflistung. Claudia versucht es indes mit kleinen beiläufigen Bemerkungen über Dinge, die ihr GANZ GUT gefallen (36% der Deutschen tun das auch).

Und Jan? Von dem bekommt weder der dicke Rauschebart noch das Christkind Post. Schon lange nicht mehr! Nachdem er mit ca. 6 Jahren von der Nicht-Existenz des Weihnachtsmannes erfahren musste, schrieb ein paar Jahre lang zwar noch Wunschlisten; die glichen aber eher einem Einkaufszettel für die Eltern. Heute sagt er ganz offen seine konkreten Wünsche, meistens ist das: Geld. Und dieser Wunsch ist so kurz, den braucht man nicht mal aufschreiben.

Für alle anderen, die der Häufigkeit entwischen wollen und dem Weihnachtsmann dennoch schreiben wollen: Bis zum 15.12.2011 werden die Briefe im größten Weihnachtsmannbüro Himmelfort noch beantwortet! Die Adresse:

Quelle: EBay 2011, FAZ 2009, Süddeutsche 2009/2010/2011.

1.12.2011: Mal sehn, was heut dahinter steckt…

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Ab dem 1. Dezember lässt es sich nicht mehr leugnen: die Vorweihnachts-Freude-Zeit hat begonnen! 72 % der deutschen Haushalte freuen sich auf diesen Tag –  denn heute darf endlich das erste Türchen des Adventskalenders geöffnet werden! 24 kleine Überraschungen bis Heilig Abend – das ist den Deutschen sogar wichtiger als Weihnachtspyramide und Stollen.

Bei den Müllers gibt es gleich zwei davon: einen für Thomas und einen für Jan. Sie sind –ganz traditionell- mit Schokolade gefüllt (Insgesamt werden in Deutschland rund 80 Millionen Schokokalender pro Jahr hergestellt.). Claudia verzichtet lieber auf die vermeidlichen Dickmacher. Doch so schlimm wie man meint, schlagen die viereckigen Weihnachts-Wartezeit-Verkürzer gar nicht zu Buche: mit insgesamt 75g Schokolade machen sie gerade einmal eine ¾ Tafel aus – in 24 Tagen! So viel Disziplin gibt’s sonst nur selten..

Foto:LStrike über Flickr

Quellen: polis/USUMA 2009, DAHEIM in Deutschland/ TNS Emnid 2009, SGN/ LZ 2011.

Claudia und Thomas auf dem Friedhof.

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Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool

Der Tod und das Mädchen die Müllers.

Über das Thema Tod und Sterben denken die Müllers nicht oft nach. Mit Freunden reden sie nur sehr selten darüber. (lediglich 6% der Deutschen reden mit Freunden/Bekannten über dieses Thema, analog: 56% der Familien haben noch nie über Organspende gesprochen. Vgl. TNS Infratest/Europäische Kommission 2009, Forsa/Comdirect 2009). Doch am kommenden Sonntag ist Totensonntag, der letzte Sonntag des Kirchenjahres. Ein Datum, das Viele nutzen um ihren verstorbenen Verwandten zu gedenken. Und auch Claudia und Thomas Müller werden die Gelegenheit wahrnehmen und den Verstorbenen einen Friedhofsbesuch abstatten.

Alles Geschäftemacherei!

Das Grabgesteck, dass sie mitbringen werden, hat Claudia bereits gekauft. Ziemlich teuer war das ihrer Meinung nach. Und damit steht sie nicht allein da.  Rund ein Drittel der Deutschen halten die Angebote rund um Trauer, Beisetzung, Blumenkränze und Co. für eine ziemliche Geschäftemacherei (Umfrage der Apothekenumschau, 2011).

Gesellschaftliche Trends machen auch vor dem Friedhof nicht halt.

Doch was heute als „Geschäftemacherei“ verteufelt wird, galt noch vor 100 Jahren als Prestigesymbol. Als Zeichen des bürgerlichen Wohlstands konnten die Grabstätten nicht pompös genug sein. Parallel zum Boom öffentlicher Denkmäler auf städtischen Plätzen und Straßen entwickelte sich ein regelrechter „Grabdenkmal-Kult“ (Norbert Fischer, 1999). Die Überbleibsel dessen –mit Moos bewachsene und in Efeu gebettete Grabfiguren– verführen Claudia und Thomas auch heute noch zu einem romantischen Spaziergang über den Gottesacker. Dabei fallen Claudia auch die vielen unterschiedlichen Gräber und Bepflanzungen auf. Herr Terfrüchte von der Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner bestätigt: „Die Gestaltung der Gräber wird immer individueller und freier. Wo früher Erika und Efeu dominierten, durchsetzen heute Strukturbeete das Einheitsgrau des Friedhofs. Sie werden auf Grabstein, Umgebung und persönliche Vorlieben der Hinterbliebenen und/oder Verstorbenen abgestimmt.“

Der Friedhof also ein Spiegelbild des Individualisierungstrends?

Weniger Christen, weniger Erdbestattung.

Auch wenn die Mausoleen des Friedhofs den Müllers imponieren, darin begraben sein möchten sie nicht. Sie bevorzugen eine schlichte Feuerbestattung. 2011 wünschten sich auch 48% der Deutschen diese Art der Beisetzung. (2010 wurde für 46% der Verstorbenen diese Methode gewählt. Tendenz steigend: +20% seit 1999. In Köln liegt der Anteil sogar bei 55%. Vgl. Bundesverband Deutscher Bestatter, TNS Emnid, Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner).

Ihre Meinung dazu: Unsere letzte Ruhestätte soll pflegeleicht und einfach sein. Denn ob sich Jan später um das Grab der Eltern kümmern kann und will – steht noch in den Sternen (Und deswegen werden sich die Müllers in späteren Jahren vermehrt selbst um die Grabversorgung kümmern. Besucher von Vorsoge-Veranstaltungen sind überwiegend um die 70 Jahre, unsere Müllers haben daher noch ein paar Jahre Zeit, Vgl. Herr Terfrüchte von der Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner).

Doch mit der Zunahme von Feuerbestattung zeigt sich nicht nur eine zunehmende Mobilisierung der Gesellschaft (Jan) und ein Trend zu Einfachheit und Reduktion,  sondern vor allem auch ein fundamentaler Wandel im Glauben. Mit der abnehmenden Bedeutung der Grablegung Christi und dem Glauben an eine Auferstehung hat auch die Erdbestattung an Relevanz verloren (Anteil der Konfessionslosen 1990: 22,4%, 2010: 34,6%, vgl. FOWID).

Aber genug über den Tod philosophiert! Der Totensonntag bedeutet schließlich nicht nur Trauer und Gedenken, sondern läutet auch die Vorweihnachtszeit ein. Ab Montag heißt es wieder: Weihnachtsmarktidylle, Glühwein und gebrannte Mandeln. Und darauf freuen sich die Müllers ganz besonders. Aber davon später mehr…

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