Wir müssen reden. Kommunikation in Deutschlands häufigster Netzwelt
25. Oct. 2011 von Lisa

Das Netz mag sich seit seinem Bestehen erstaunlich verändert, beschleunigt und ausgebreitet haben – die beliebtesten Tätigkeiten sind jedoch seit fünfzehn Jahren Kommunikation an erster und Information an zweiter Stelle.
Please Mr. Postman
Ganz oben in der Hitliste steht die gute alte E-Mail, die bereits 1972 von Ray Tomlinson erfunden wurde.
Allerdings ist aufgrund des Siegeszugs sozialer Netzwerke die wöchentliche E-Mail-Kommunikation von 84 Prozent im Jahr 2010 auf etwa 80 Prozent im Jahr 2010 zurückgegangen.
Auch in Thomas Leben spielt die digitale Post eine große Rolle. Er hat zwei Acoounts: einen bei web.de, den er regelmäßig liest und einen zweiten bei der Telekom. Hier ist er jedoch nur sporadisch. Er nutzt das Postfach hauptsächlich für Gewinnspiele, Newsletter und andere weniger wichtige Post. Das beliebteste Newsletterthema in Deutschland sind Informationen von Einzelhandelsketten (40 %), gefolgt von Reiseinfos (31 %) und Stellenangeboten (26 %).
Ein deutscher Nutzer erhält durchschnittlich 29 E-Mails pro Tag. Wie 44 Prozent der Deutschen benutzt er zum Lesen seiner Mails den Browser statt eines Mailprogramms.
Land der Ideen? Nicht bei deutschen Passwörtern
Das bedeutet natürlich auch, dass er sich jedes Mal mit Benutzernamen und Passwort anmelden muss. Angesichts einer Flut von verschiedenen Log-Ins, mit denen mittlerweile jeder Internetnutzer konfrontiert ist, ist die Versuchung groß, sich ein möglichst simples Passwort auszudenken.
In Umfragen rangieren persönliche Varianten ganz oben. Am beliebtesten sind das eigene Geburtsdatum, der Partnername und der Name des Haustiers. Ebenfalls beliebt und – und ähnlich unoriginell – ist die Zahlenreihe 1234567. Kreativer und themenbezogener wird es erst bei Partnerbörsen. Vor ein paar Jahren veröffentlichten Hacker die Passwörter der Mitglieder der Singlecommunity flirtlife.de. Nach der obligatorischen Zahlenreihe kam auf Platz zwei „ficken“, weiter unten „hallo“, „schatz“ und „baby“. Ebenfalls besonders einprägsam: das Passwort „passwort“.
Facebook: Thomas Müller gefällt das.
Wenn Facebook ein Land wäre, wäre es das drittgrößte Land der Erde (nach China und Indien.)
Die meisten Mitglieder hat Facebook– wenig überraschend – in seinem Gründungsland, den USA. Fast die Hälfte der Bevölkerung hat dort ein Profil. Doch wer folgt auf Platz zwei? Mit 35 Millionen Nutzern ist es der südostasiatische Inselstaat Indonesien. Deutschland rangiert derzeit auf Platz elf – hinter Ländern wie der Türkei, Mexiko und den Philippinen.
24 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung ist in Marc Zuckerbergs Netzwerk angemeldet. Allerdings wächst die Zahl der Nutzer rasant. Die Zahl der Mitglieder hat sich binnen eines Jahres verdoppelt. Jetzt ist Facebook das am meisten genutzte soziale Netzwerk in Deutschland. Neben Thomas Müller haben weitere 22 Millionen Deutsche haben dort ein Profil. Zum Vergleich: Die Zahl der Telefonanschlüsse liegt bei 48 Millionen.
Wie die Mehrzahl der Nutzer schaut Thomas fast täglich, was in seinem sozialen Netzwerk passiert. Die meisten Deutschen haben etwa 130 Kontakte, Thomas jedoch etwas weniger.
Neben Facebook nutzt Thomas seit neuestem auch Wer-kennt-wen.de, mittlerweile das zweitbeliebteste soziale Netzwerk in Deutschland. Der Trend geht allerdings eher zu einem – und zwar DEM einen – statt zu vielen Netzwerken. Schließlich lässt sich durch entsprechender Einstellung privates und berufliches mittlerweile auch bei facebook halbwegs trennen. In der Folge ist der „Netzwerker“ Mitglied in 1,8 Communities, im letzten Jahr waren es dagegen noch 2.


