Kölle Alaaf!
11. Feb. 2010 von Tim Kestermann
Karneval ist einfach toll, da sind sich auch die Müllers einig (Karneval feiern ist für 65% der Gesamtbevölkerung auch heute noch zeitgemäß).
Unter dem Motto „In Kölle jebützt“ mischen sich auch Thomas, Claudia und Jan mit seiner Freundin Anna unter die 1 Million Zuschauer des Kölner Rosenmontagszuges (für 64% der westdeutschen Karnevalssympathisanten sind die Umzüge das Schönste am Karneval).
Als halbwegs aktives Mitglied in Kölns größtem Karnevalsverein „Die Grosse von 1823“ freut sich Thomas besonders auf „seinen“ Wagen, der am Umzug teilnimmt. (34% der 31-50-Jährigen Kölner engagieren sich in Karnevalsgesellschaften). Schließlich hat auch Thomas unzählige Süßigkeiten auf den Wagen verfrachtet – insgesamt werden auf dem Rosenmontagsumzug von 10.000 Teilnehmern 150 Tonnen Wurfmaterial unter die Leute gebracht.
Während Thomas und Claudia im Karneval eine Tradition sehen, die es sich zu pflegen lohnt, ist Karneval für Jan und Anna einfach eine große Party (BCG Analyse: Trend der Eventisierung im Karneval). Besonders mögen sie jedoch, dass während der „tollen Tage“ alle Menschen gleich behandelt werden (für 54% ist das Gefühl der Gleichheit sehr oder eher wichtig).
Dazu tragen auch die Kostüme bei (58% legen Wert auf Verkleidung). Die Müllers mögen es „klassisch“: Claudia geht als Hexe, Thomas als Cowboy. Jan, inspiriert von Fluch der Karibik , hat sich für ein Piratenoutfit entschieden. Anna hingegen hat sich als ihr Idol Lady Gaga verkleidet und liegt damit 2010 voll im Trend (Männer mögen witzige Verkleidungen, für Frauen soll das Kostüm eher sexy sein).
An Aschermittwoch ist also nicht zu denken und wenn alle gemeinsam endlich wieder Viva Colonia anstimmen, schmeckt das Reissdorf Kölsch (Marktführer) dieses Jahr zur Sicherheit auch aus Pappbechern. Da simmer dabei!
Quellen: IfD Allensbach, Emnid für „Daheim in Deutschland“, Wozi Basispaket, Statista, BCG, WDR, Festkomitee Kölner Karneval, Stadt Köln
Weihnachten 2009
30. Nov. 2009 von Sarah Haag
„Alle Jahre wieder…“ feiern Müllers Weihnachten auf die gleiche Art und Weise, wie sie es gewohnt sind. Schließlich ist es das Traditionsfest schlechthin.
Vor allem die Familie steht, wie für über 80% der Deutschen, im Vordergrund. Wann findet man sonst die Zeit, die ganze Verwandtschaft um sich zu versammeln, wenn nicht an Weihnachten.
Heiligabend wird, wie in jedem zweiten Haushalt, im kleinen Kreis zelebriert. Nur die Großeltern kommen zu Besuch. Am Abend gibt es Claudias legendären Kartoffelsalat mit Brühwürstchen. Ein Rezept ihrer Schwiegermutter. Ihr persönlich ist da eigentlich zu viel Majonaise drin, aber Thomas und Jan mögen es so am liebsten.
Zur Kirche gehen sie schon lange nicht mehr. Jan würde sowieso nicht mitkommen und Oma und Opa sind nicht mehr so gut zu Fuß. Tatsächlich besuchen nur noch 50% der Deutschen an Weihnachten den Gottesdienst.
Nach dem Essen versammeln sich alle um den Weihnachtsbaum. Der ist Pflicht (sehen über 70% genauso) und wird jedes Jahr festlich geschmückt. Das macht die ganze Familie zusammen. Die Tanne zieren vor allem Christbaumkugeln in rot, silber und gold, sowie selbstgebastelte Strohsterne. Aus Sicherheitsgründen setzten die Müllers auf elektrische Lichterketten, genau wie die meisten Deutschen. Lametta hingegen ist bei dem Müllers verpönt.
Der Oma zu Liebe wird vor der Bescherung noch gesungen. Eigentlich hören die Müllers lieber Weihnachtshits von der CD, wie jeder zweite Deutsche. Claudia mag es gern klassisch (wie 61%) und Thomas schwört auf die typischen deutschen Weihnachtslieder á la „Oh Tannenbaum“ oder „Stille Nacht“(76%).
Jan singt mehr oder weniger halbherzig mit. Er kann es kaum erwarten die Geschenke auszupacken, die unter dem Baum liegen (für nur noch 8% steht Christi Geburt im Vordergrund, vielmehr ist es das Fest des Schenkens geworden 70%). Ob die gewünschte Spielkonsole dabei ist?
Natürlich kann man nicht immer den 100% richtigen Geschmack des anderen treffen. So ist Claudia über die Parfumauswahl ihres Mannes ein wenig enttäuscht. Wie 53% der Deutschen hat er sein Geschenk im Internet bestellt, da ihm die Innenstädte in der Vorweihnachtszeit eindeutig zu voll sind. Und dabei einfach nach dem schönsten Flacon entschieden. Aber sie zeigt es nicht. Es ist schließlich das Fest der Liebe und die Geste zählt.
Über die Weihnachtsfeiertage wird das Haus so richtig voll. Bekannte und Verwandte aus allen Himmelsrichtungen kommen zu Besuch. Immer eine schöne, aber vor allem auch anstrengende Zeit. Vor allem für Claudia. Da sie den alljährlichen Gänsebraten (50%) herrichtet, verbringt sie etliche Stunden in der Küche, bis sie das dampfende Prachtstück servieren kann.
Abseits des Esstisches wird viel Zeit vor dem Fernseher verbracht (60%). Das Programm gibt einiges her an Spielfilmen und Jahresrückblicken. Mit vollem Bauch bleiben auch nicht viele Alternativen außer faulenzen und lesen.
Nach drei Tagen mit der Familie, Freunden und einigen Kilos mehr auf den Rippen sind alle überrascht, wie schnell sie wieder rum waren. Jetzt dauert es erstmal eine Weile bis es wieder heißt „Alle Jahre wieder…“
Quellen:
Grass Roots Studie: Weihnachtseinkauf im Zeichen der Wirtschaftskrise 2009Deloitte X-Max Survey 2009 Germany, Deloitte X-Max Survey 2008 Germany, Handelsblatt – Tränen unterm Tannenbaum, 31.10.08 Katholische Nachrichtenagentur – Heiligabend gehört der Familie, 22.12.06, EMNID-Umfrage – Heiligabend verliert an Bedeutung als religiöses Fest, 18.12.07, Forsa Umfrage 2008,Emnid Umfrage 2008
Umweltschutz beginnt im Geldbeutel.
30. Nov. 2009 von Toan Nguyen
„Der Klimawandel macht uns Angst“
Obwohl das Thema schon seit langer Zeit von der Finanzkrise überschattet wird, sorgen sich Claudia und Thomas weiterhin um die Umwelt und die Probleme, die der Klimawandel mit sich mitbringt. Erst neulich haben sie sich wieder über das Thema unterhalten. Claudia war schockiert, da sie eine Reportage über das Töten und Sterben von Robbenbabys gesehen hatte. „Die tun mir so leid – denen muss man doch irgendwie helfen können … “. Thomas vertritt da eine andere Meinung: „Da kannst du als einzelne Person gar nichts machen. Unser Verhalten ändert doch nichts (30%). Die Regierung, die großen Firmen und die Industrie – die müssten als erstes etwas dagegen unternehmen (42%).
„Also ich glaube nicht, dass wir hier in Deutschland groß was machen können, um diese Probleme zu lösen (finden 62%, Quelle: BMU). Die größten Umweltverschmutzer sind doch die Amerikaner. Die müssen endlich mal was ändern!“
„Für die Umwelt tun wir nur dann etwas, wenn wir auch selbst ein wenig davon profitieren“
Wie 87% der Deutschen trennen auch die Müllers ihren Hausmüll. Thomas und Claudia finden, dass sie damit einen Beitrag für die Umwelt leisten. Außerdem achten sie in letzter Zeit vermehrt darauf Energie und Wasser zu sparen (79% und 72%). Das heißt: Es werden nur noch Energiesparlampen gekauft und der Wasserhahn bleibt beim Einseifen konsequent aus. Aber auch um die Brötchen zu besorgen, nutzt Claudia nicht länger das Auto, sondern geht zu Fuß. Ein bisschen Bewegung schadet ja nicht. Sie wollte sowieso abnehmen (geringere Nutzung des Autos, 34%). Bei aller Umweltliebe geht es jedoch immer wieder um den eigenen Geldbeutel. Die meisten Deutschen tun nämlich nur dann etwas, wenn es auch dem eigenen Geldbeutel dient. Einen viel zu teuren Toyota Prius etwa oder einen aufwendigen Umbau des Familienwagens auf Biokraftstoff würden auch die Müllers nie in Betracht ziehen.

Quelle: Interviews mit den Wozi Familien.
Weihnachten bei den Müllers.
20. Dec. 2006 von Toan Nguyen
Besinnliche Adventszeit.
Weihnachten steht bei den Müllers unmerklich vor der Tür. Überall wo Claudia, Thomas und Jan hinschauen, beginnen die ersten Vorbereitungen auf die stimmungsvolle und gemütliche Jahreszeit.
Besonders Claudia freut sich auf den familiären Höhepunkt des Jahres, aber auch Thomas schätzt die gemütliche Zeit im Kreise seiner Lieben und die festliche Atmosphäre auf den Straßen von Köln. Vor allem der Besuch auf dem Weihnachtsmarkt macht Claudia und Thomas Spaß und wird als Gelegenheit genutzt, mit Freunden zusammen zu sein.
Weihnachten hält Einzug.
Schon heute sieht es im Wohnzimmer der Müllers festlich aus. Claudia hat noch rechtzeitig vor dem ersten Advent einen schönen Adventskranz besorgt: Klassisch gehalten mit weißen Kerzen und roten Schleifen. Besorgt hat sie ihn in einem Blumenfachgeschäft. Auch das Fenster wird mit einem klassischen weißem Lichterdreieck dekoriert, das bereits die letzten Jahre zum Einsatz gekommen ist. Abgerundet wird das Ganze durch die vorweihnachtliche Pflanze Nr.1, den roten Weihnachtsstern, und vielen kleinen Deko-Artikeln, die Claudia liebevoll arrangiert hat. Den obligatorischen Adventskalender gibt es auch bei den Müllers, er hängt in der Küche. Zu jedem Adventssonntag – aber nicht nur – werden die Müllers gemütlich zusammensitzen und Weihnachtsgebäck wie Printen, Lebkuchen und Kekse essen. Am ersten Adventsonntag hat Claudia letztere selbst gebacken und verziert, wie sie es schon seit Jahren macht. Im Schrank stehen neben den selbstgebackenen auch die gekauften Weihnachtskekse von „Comtessa“ und „Akora Lebkuchenherzen Vollmilch“ von Bahlsen. Die weihnachtliche Völlerei hat bereits begonnen, wird aber nicht so schlimm enden, wie oft befürchtet: Entgegen der Sorgen von Claudia werden die Naschereien am Ende des Jahres gerade mal mit 370g Mehrgewicht auf der Waage vermerkt werden.
Geben ist seliger denn nehmen.
Auch wenn Geschenke erst auf Rang drei der Prioritätenliste stehen, verursachen sie doch den meisten Stress. Claudia und Thomas finden die Kaufhäuser viel zu voll, sodass sie den Einkauf eigentlich nicht genießen können. Daran führt jedoch kein Weg vorbei. Gefühlt ist auch alles wieder teurer geworden: Irgendwie sind die Müllers dann doch der Meinung, sie hätten dieses Jahr weniger Geld zur Verfügung. Allerdings werden deshalb nicht zwangsläufig sparsamer damit umgehen. In absoluten Zahlen werden die Weihnachtsausgaben im Schnitt insgesamt 435 Euro betragen. Davon werden insgesamt 287 Euro in Geschenke investiert, während der Rest für Essen und Accessoires ausgegeben wird. Erdacht und gekauft werden die Geschenke meist auf den letzten Drücker. Dabei wird Jan von seinen Eltern für rund 80 Euro beschenkt. Ganz oben auf der Wunschliste standen wieder einmal teure Elektronikgeräte wie ein neues Handy und ein eigener PC (siehe Wunschzettel im Wohnzimmer), aber Claudia und Thomas schenken ihrem Sohn wohl “nur” ein Spiel für seine Nintendo-DS-Konsole (Top-Seller bei Amazon: Need for Speed Carbon) und Fußballschuhe (vom Marktführer Adidas). Damit wird er auch ziemlich zufrieden sein, denn Markenmode und Computerspiele stehen bei Jungs wie Jan nach wie vor hoch im Kurs. Von seinen Großeltern und sowie Tante und Onkel gibt es außerdem noch etwas Bargeld, insgesamt hat Jan damit 77€ auf dem Gabentisch liegen.
Während Claudia ihrem Thomas die Wünsche von den Augen ablesen kann, ist es für Thomas etwas schwieriger, die Wünsche seiner Liebsten zu erfüllen. Sie weiß einfach nicht, was sie sich zu Weihnachten wünschen soll, weil sie schon alles hat. Da Thomas nicht so recht weiß, womit er seiner Familie eine Freude machen kann, lässt er sich gerne inspirieren. Meistens von Anregungen oder einem Wunschzettel, oft aber auch durch Gespräche mit Freunden. So kommt es auch, dass er Claudia mit dem beliebten Beatles-Album „Love“ zwar eine kleine Freude machen, aber den Nagel nicht genau auf den Kopf treffen wird. Claudia wird ihm aber nicht böse sein, zumal sie wie letztes Jahr vereinbart hatten, nicht allzu viel Geld füreinander ausgeben zu wollen. Mit ihrem Geschenk, der DVD „Pirates of the Caribbean“, die ja der Renner ist, liegt sie trotzdem goldrichtig – und hat an Johnny Depp und Orlando Bloom selbst noch was zu schauen. Auch Jan macht seinen Eltern eine Freude, indem er seinem Vater das Buch „König Schumi – Sein Leben, seine Siege, seine Tränen“ schenkt, das innerhalb einer Woche in die Bestsellerlisten geschossen ist und ihrem gemeinsamen Idol Michael Schuhmacher huldigt. Seine Mutter bekommt von ihm selbstgebackene Kekse, die er in der Schule gemacht hat.
Bald geht’s los.
Zwar werden schon seit Anfang Dezember die ersten Weihnachtsbäume zum Verkauf angeboten. Doch bis Thomas selbst zuschlägt, vergeht noch eine Weile. Erst kurz nach dem dritten Advent wird er sich darum kümmern. Claudia hat zwar immer wieder Sorge, dass die schönen Exemplare dann schon weg sind. Aber andererseits: Wo soll der Baum auch die ganze Zeit rumstehen? Der Baum würde in der gemütlich hergerichteten Wohnung nur stören. Wenn es soweit ist, wird sich Thomas für eine Nordmann-Tanne entscheiden, die gute 1,60 Meter misst und rund 20 Euro kostet. Die Dekoration wird dann wieder hauptsächlich bei Claudia liegen. Wie im Jahr zuvor wird der Baum am 23.12. zusammen mit Jan mit Kugeln und Glasschmuck, sowie einer Lichterkette geschmückt. Letztere hat schon vor einer Weile die traditionellen Kerzen abgelöst, weil sie sicherer und schneller aufzuhängen ist und praktischerweise wiederverwendet werden kann.
Die Festtage im größeren Kreis der Familie.
Weihnachten im Kreise der Familie zu verbringen bedeutet für die Müllers auch, Jans Großeltern zu besuchen. Das geht vor allem auf Claudias Initiative zurück. So werden an den beiden Feiertagen erst Claudias und dann Thomas Eltern besucht. Heiligabend selbst verbringen die Müllers zu dritt im weihnachtlichen Wohnzimmer. Gesungen wird dabei nicht, dafür stehen vormittags Filmklassiker wie z.B. „Kevin alleine in New York“ hoch im Kurs. Am Nachmittag gehen die Müllers in den weihnachtlichen Gottesdienst. Dabei ist es weniger die religiöse Verbundenheit als die Pflege einer schönen Tradition, die sie in die Kirche treibt. Abends wird es ganz unspektakuläre Hausmannskost geben: Mit Kartoffelsalat und Würstchen waren Claudias Männer im letzten Jahr total zufrieden – und aufwendige Kost wartet sowieso bei den Großeltern auf sie. Die Stimmung wird dabei gemütlich und friedlich sein, streiten an Weihnachten will doch keiner.
Quellen: Chrismon 2006, Focus 12/06, www.kerzenguete.com, Fachverband deutscher Floristen, www.gesundheit.de, Deloitte, W&V CIA Studie, W&V Kids VA2006, http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/nachrichten/umfrage-weihnachten/80701.asp, Spiegel Online, Hamburger Gartencenter und Baumschulen, Hauptverband der deutschen Holzindustrie, Käthe Wohlfahrt 12/04.



