Kölle Alaaf!

Karneval ist einfach toll, da sind sich auch die Müllers einig (Karneval feiern ist für 65% der Gesamtbevölkerung auch heute noch zeitgemäß).

Unter dem Motto „In Kölle jebützt“ mischen sich auch Thomas, Claudia und Jan mit seiner Freundin Anna unter die 1 Million Zuschauer des Kölner Rosenmontagszuges (für 64% der westdeutschen Karnevalssympathisanten sind die Umzüge das Schönste am Karneval).

Als halbwegs aktives Mitglied in Kölns größtem Karnevalsverein „Die Grosse von 1823“ freut sich Thomas besonders auf  „seinen“ Wagen, der am Umzug teilnimmt. (34% der 31-50-Jährigen Kölner engagieren sich in Karnevalsgesellschaften). Schließlich hat auch Thomas unzählige Süßigkeiten auf den Wagen verfrachtet – insgesamt werden auf dem Rosenmontagsumzug von 10.000 Teilnehmern 150 Tonnen Wurfmaterial unter die Leute gebracht.

Während Thomas und Claudia im Karneval eine Tradition sehen, die es sich zu pflegen lohnt, ist Karneval für Jan und Anna einfach eine große Party (BCG Analyse: Trend der Eventisierung im Karneval). Besonders mögen sie jedoch, dass während der „tollen Tage“ alle Menschen gleich behandelt werden (für 54% ist das Gefühl der Gleichheit sehr oder eher wichtig).

Dazu tragen auch die Kostüme bei (58% legen Wert auf Verkleidung). Die Müllers mögen es „klassisch“: Claudia geht als Hexe, Thomas als Cowboy. Jan, inspiriert von Fluch der Karibik , hat sich für ein Piratenoutfit entschieden. Anna hingegen hat sich als ihr Idol Lady Gaga verkleidet und liegt damit 2010 voll im Trend (Männer mögen witzige Verkleidungen, für Frauen soll das Kostüm eher sexy sein).

An Aschermittwoch ist also nicht zu denken und wenn alle gemeinsam endlich wieder Viva Colonia anstimmen, schmeckt das Reissdorf Kölsch (Marktführer) dieses Jahr zur Sicherheit auch aus Pappbechern. Da simmer dabei!

karneval

Quellen: IfD Allensbach, Emnid für „Daheim in Deutschland“, Wozi Basispaket, Statista, BCG, WDR, Festkomitee Kölner Karneval, Stadt Köln

Wie die Müllers das neue Jahrzehnt begrüßen.

Im Großen und Ganzen war 2009 eigentlich ein gutes Jahr, resümiert Claudia, die gerade das Wohnzimmer dekoriert, während Thomas den Raclettegrill aus dem Keller holt (65% geben an, 2009 sei ein gutes Jahr gewesen, auch wenn  62% keine Verbesserung in 2010 erwarten).

Zwar hatten die beiden keine Vorsätze für 2009 (wie 57% der Deutschen auch), aber für Thomas könnte das neue Jahr ruhig etwas stressfreier werden (mit 59 % Platz 1 der häufigsten Vorsätze) und Claudia wünscht sich mehr Zeit für Freunde und Familie (51% Platz 2).

Aus diesem Grund hat sie Thomas überredet, zwei befreundete Ehepaare zu Silvester einzuladen, die sie schon länger nicht mehr gesehen haben. Wenn sich Claudia recht erinnert, ist das die erste Party in ihrer Wohnung seit langem.

Jan ist das eindeutig zu langweilig. Er feiert lieber zusammen mit seiner Clique. Seine Freundin Anna ist natürlich auch dabei, denn den Jahreswechsel will er unbedingt mit ihr zusammen erleben.

Für Thomas und Claudia ist das kein Problem, sie vertrauen ihrem Sohn (80% der Jugendlichen genießen das Vertrauen ihrer Eltern). Claudia lässt es sich dennoch nicht nehmen, Jan auf die Gefahren von Knallkörpern hinzuweisen. Erst letztens hat sie wieder einen Bericht auf RTL gesehen…

Doch Jan ist vorsichtig und hat nur deutsche Markenware von Weco (Marktführer) gekauft. Darauf hat auch Thomas geachtet, der insgesamt 25 Euro für die Feuerwerkskörper bezahlt hat. Den Großteil überlässt er Jan, aber für sich behält er eine symbolische Rakete und für Claudia eine goldene Fontäne, die ihr bestimmt sehr gut gefällt.

Auch wenn die Müllers dieses Jahr nicht zusammen feiern, so sitzen sie zumindest um 18.50 Uhr gemeinsam vorm Fernseher. Denn dann läuft Dinner for One im WDR. Dieser Klassiker gehört einfach jedes Jahr dazu, das findet auch Jan (bis zu 18,6 Millionen Zuschauer schauen jährlich Dinner for One).

Kurz vor 20 Uhr macht sich Jan auf den Weg zu seiner Party und der Besuch steht auch schon vor der Tür. Thomas und Claudia freuen sich auf einen entspannten Abend mit Freunden. Nach dem Essen werden sich alle gemütlich auf den Weg machen um das Feuerwerk von der Deutzer Brücke aus zu bestaunen. Thomas findet es dort zwar jedes Jahr zu voll, aber das Panorama entschädigt ihn dann doch. Spätestens jetzt wird auch die Flasche Rotkäppchen Sekt (Marktführer) geköpft, die Thomas schon vor ein paar Tagen kaltgestellt hat.

Wir wünschen den Müllers ein überdurchschnittlich frohes Neues Jahr 2010!

Quellen: Politbarometer, Forsa, statista.de, Bravo Studie, Wozibasispaket, Allianz, ZDF.

blogbild  Wie die Müllers das neue Jahrzehnt begrüßen.

(Foto: ddp)

Umweltschutz beginnt im Geldbeutel.

„Der Klimawandel macht uns Angst“

Obwohl das Thema schon seit langer Zeit von der Finanzkrise überschattet wird, sorgen sich Claudia und Thomas weiterhin um die Umwelt und die Probleme, die der Klimawandel mit sich mitbringt. Erst neulich haben sie sich wieder über das Thema unterhalten. Claudia war schockiert, da sie eine Reportage über das Töten und Sterben von Robbenbabys gesehen hatte. „Die tun mir so leid – denen muss man doch irgendwie helfen können … “. Thomas vertritt da eine andere Meinung: „Da kannst du als einzelne Person gar nichts machen. Unser Verhalten ändert doch nichts (30%). Die Regierung, die großen Firmen und die Industrie – die müssten als erstes etwas dagegen unternehmen (42%).

„Also ich glaube nicht, dass wir hier in Deutschland groß was machen können, um diese Probleme zu lösen (finden 62%, Quelle: BMU). Die größten Umweltverschmutzer sind doch die Amerikaner. Die müssen endlich mal was ändern!“

„Für die Umwelt tun wir nur dann etwas, wenn wir auch selbst ein wenig davon profitieren“

Wie 87% der Deutschen trennen auch die Müllers ihren Hausmüll. Thomas und Claudia finden, dass sie damit einen Beitrag für die Umwelt leisten. Außerdem achten sie in letzter Zeit vermehrt darauf Energie und Wasser zu sparen (79% und 72%). Das heißt: Es werden nur noch Energiesparlampen gekauft und der Wasserhahn bleibt beim Einseifen konsequent aus. Aber auch um die Brötchen zu besorgen, nutzt Claudia nicht länger das Auto, sondern geht zu Fuß. Ein bisschen Bewegung schadet ja nicht. Sie wollte sowieso abnehmen (geringere Nutzung des Autos, 34%). Bei aller Umweltliebe geht es jedoch immer wieder um den eigenen Geldbeutel. Die meisten Deutschen tun nämlich nur dann etwas, wenn es auch dem eigenen Geldbeutel dient. Einen viel zu teuren Toyota Prius etwa oder einen aufwendigen Umbau des Familienwagens auf Biokraftstoff würden auch die Müllers nie in Betracht ziehen.

2298582957 901770c390 b  Umweltschutz beginnt im Geldbeutel.

Quelle: Interviews mit den Wozi Familien.

Die Qual der Wahl

Dieses Jahr war es wieder soweit. Bundestagswahlen standen an. Ein Thema, das auch die Müllers beschäftigte. „Natürlich geh ich wählen“, so Thomas, „das ist doch der einzige Einfluss auf die Politik, den ich ausüben kann“. Claudia ist da eher skeptischer. Sie meint, irgendwie würden doch eh alle Parteien das gleiche versprechen und im nach hinein sowieso nicht einhalten. Sie wüsste gar nicht, wo sie ihr Kreuzchen machen solle. Eine ähnliche Einstellung haben zwei der Drittel der Nichtwähler. Aber gar nicht zu wählen, fände sich auch nicht gut. Tatsächlich war die Wahlbeteilung nie so gering wie dieses Jahr. Gerade mal 70% machten Gebrauch von ihrem Wahlrecht.

Interessantes Ergebnis, da nie zuvor mehr Aufwand der Parteien betrieben wurde, die Wähler in ihren Bann zu ziehen. Doch leider schreckte dies viele eher ab, als die Wahlfreude anzukurbeln. Ein schönes Tool sei aber der Wahl-O-Mat, so Claudia. Wenn einem der Überblick fehle, hätte man dort immerhin die Möglichkeit der Orientierung. Ob man sich nun für vorgegebene oder doch eine andere Partei entscheide, liege ja in der eigenen Hand.

Da Jan noch nicht volljährig ist und eh nicht wählen darf, interessiert ihn die Bundestagswahl eher weniger. Ihm ist jedoch aufgefallen, dass selbst in seinem geliebten SchülerVZ die Werbetrommel gerührt wird. Manche Politiker haben sogar ein eigenes Profil, wobei er sich nicht sicher ist, ob das nicht irgendjemand spaßeshalber angelegt hat. Auch auf youtube habe er einige Spots und Mitschnitte von Reden entdeckt, sich diese aber nicht richtig angeschaut. „Wenn ich wählen dürfte, dann würde ich Horst Schlämmer mein Kreuzchen geben“, so Jan, der sich Hape Kerkelings Film „Isch kandidiere“ angesehen hat.

Ob sie mit dem Wahlergebnis zufrieden seien, wüssten sie noch nicht. „Wir haben was anderes gewählt. Jetzt heißt es erstmal abwarten, was die neue Regierung auf die Beine stellt“, sind sich Thomas und Claudia einig. An ein Wunder glauben beide nicht.

Die ewige Finanzkrise

11. Apr. 2009 von admin  

finanzkrise

„Sorgen um den Arbeitsplatz machen wir uns nicht.“

Zwar hat ein Großteil der deutschen Familien im Bekanntenkreis schon von Kurzarbeit, Insolvenzen oder Kündigungen gehört, doch ist der eigene Arbeitsplatz in ihrer Wahrnehmung nicht in unmittelbarer Gefahr. (Laut Tagesthemen befürchten 67% nicht, dass sie ihren Arbeitsplatz verlieren könnten.) Auch dem eigenen Arbeitgeber wird Vertrauen ausgesprochen. Thomas und Claudia sind fest davon überzeugt, dass ihre Firma die Finanzkrise überstehen wird. (77% der Deutschen vertrauen laut Presseportal.de ihrem Arbeitgeber.)

„Alles ziemlich schlimm, aber mit uns hat das erstmal nichts zu tun!“

Bislang fühlen sich Thomas und Claudia von der Finanzkrise noch nicht betroffen. (68% der Deutschen sehen sich von der Finanzkrise bislang nicht betroffen.) Geld haben sie keines verloren, das Gehalt kommt noch immer pünktlich jeden Monat und auch um ihre Ersparnisse machen sie sich kaum Sorgen. (Laut BamS haben 74% der Deutschen keine Angst um den Wert ihrer Ersparnisse.)

Die Finanzkrise hat somit noch keinen Einfluss auf das Konsumverhalten der Müllers. Noch immer ist der Kühlschrank mit den gleichen Produkten gut gefüllt und das Freizeitverhalten (Regelmäßigkeit der Restaurant- und Kinobesuche etwa) hat sich nicht verändert. (Der GfK-Konsumklima-Index ist seit September 2008 jeden Monat sogar leicht gestiegen. Nur im April 2009 gab es einen leichten Rückgang.)

Lediglich größere Anschaffungen werden jetzt kritischer bewertet. Der Flachbildschirm zum Beispiel, den sich Thomas schon seit Monaten wünscht, soll erst angeschafft werden, wenn das alte Gerät seinen Geist aufgibt.

„Beim Urlaub sparen wir definitiv nicht.“

Die Müllers wollen auch dieses Jahr definitiv in den Urlaub fahren. (62% der Deutschen wollen ihren nächsten Urlaub aufgrund der Finanzkrise nicht streichen.) Ein größeres Urlaubsbudget als im letzten Jahr ist allerdings auch nicht drin. (50% der Deutschen sind nicht bereit, tiefer in die Tasche zu greifen.)

Ein Sparurlaub soll es aber deshalb nicht werden: Claudia und Thomas wollen schon auf dem gewohnten Niveau verreisen. (56% gaben an, sich trotz Finanzkrise keine Gedanken um andere Urlaubsformen zu machen.) Dafür ist Urlaub einfach zu wichtig. Bevor die Müllers auf die zweiwöchige Auszeit im Sommer verzichten, wird an anderer Stelle gespart: z.B. bei der Kleidung oder Elektrogeräten. (Auf die Frage, auf was die man im kommenden Jahr am wenigsten verzichten könne, antworteten 32% mit „Urlaub“. Am ehesten einschränken können sich die meisten bei Elektrogeräten und Markenkleidung.)

Somit steht eines fest: „Lieber nackt und ohne ipod – aber Urlaub muss sein!“

„Wer Schuld hat? Ganz klar die da oben.“

Thomas und Claudia ärgern sich (51% der deutschen sind angesichts der Finanzkrise verärgert.): Fragt man sie, wer an der Misere eigentlich Schuld hat, verweisen sie ganz klar auf „die da oben“. Top-Manager, die aus Gier unnötige Risiken eingegangen sind, und insbesondere Banken und Großkonzerne sind aus ihrer Sicht verantwortlich. (52% der Deutschen haben wenig oder kein Vertrauen mehr in die Top-Manager, die deutschen Banken und Großkonzerne lenken.)

Diese Unzufriedenheit mit der deutschen Wirtschaftselite äußert sich auch in einer kritischen Bewertung derer Gehälter: Die Müllers sind überzeugt, dass Spitzenmanager deutlich weniger verdienen sollten als bislang. Da stimmen sie ganz mit  Peer Steinbrück und seiner Forderung nach einer Begrenzung der Jahresgehälter auf max. 500.000 Euro überein. (Fast die Hälfte – 43% – der Deutschen sind dieser Ansicht.)

Für die Müllers ist die Finanzkrise nur ein weiterer Beweis für eine wachsende Gerechtigkeitslücke in Deutschland. (Dass es in Deutschland alles in allem eher ungerecht zugeht, finden 58% der Bundesbürger.)

„Die Finanzkrise nervt inzwischen.“

Claudia und Thomas sind inzwischen genervt von der Finanzkrise. (54% der Deutschen sind genervt.) Insbesondere die Medien haben dazu beigetragen, da man dem Thema ja eigentlich seit Monaten kaum noch entgehen kann. Im letzten Jahr muss die Krise wohl das am meisten besprochene Thema gewesen sein! (Die Finanzkrise war mit 1825 Min. Sendedauer Top-Nachrichtenthema von ARD, ZDF, RTL und Sat. 1 in 2008.)

Nicht, dass Thomas und Claudia das Thema nicht wichtig finden. Nerven tut vor allem das Gefühl, dass die Situation keinen Deut besser wird. (Laut Rheingold ist die gefühlte Unsicherheit und der Ärger vor allem auf die Bedrohungskulisse und das damit verbundene Stress-Potenzial zurückzuführen, die durch die Finanzkrise ausgelöst werden. Die Menschen wünschen sich diesbezüglich Entlastung.)

„Eigentlich müssen wir zugeben, kaum etwas über die Finanzmärkte zu wissen.“

Angesichts der Komplexität der Finanzsysteme fühlen sich die Müllers ohnmächtig. Ganz ehrlich geben sie zu, dass sie da nicht mehr durchblicken. (61% der Deutschen geben an zu wenig Wissen über das Finanzsystem zu haben.). Zwar verstehen auch sie, was eine Aktie ist und wie eine Lebensversicherung oder Online-Banking funktioniert. Die großen Strukturen über die jetzt aber von der Politik und den Medien gesprochen wird und insbesondere die unvorstellbar hohen Geldbeträge, mit denen man versucht das System zu stabilisieren, machen ihnen aber Angst. Thomas vergleicht die Situation gern mit einem Fiebertraum, der jeder Logik entbehrt und mit rasender Geschwindigkeit ähnlich einem Krebsgeschwür wuchert.

„Unsere Steuergelder für die Banken? Nicht mit uns!“

Die Müllers ärgern sich zutiefst darüber, dass letztlich der Steuerzahler blechen muss. (Wie stattliche 95% der Deutschen.)

Claudia und Thomas sind also nicht der Meinung, dass nun der Steuerzahler in die Bresche springen sollte und finden es nicht richtig, dass sich momentan beim Thema Neuverschuldung sämtliche Grenzen in Luft auflösen. (Laut Stern finden es 54% nicht richtig, dass der Staat sich momentan so hoch neuverschuldet.)

Die Beiden haben zudem das Vertrauen in das Finanz- und Wirtschaftssystem verloren. (71% der Deutschen geben dies an.) Vor allem die milliardenschwere Rettung von Banken und Versicherungen betrachten sie mit zunehmender Skepsis, während eher praktische Branchen unter denen man sich etwas vorstellen kann, viel eher mit ihrer Unterstützung rechnen können. Sie sind daher vehement gegen die Subventionierung der Finanzbranche mit Steuergeldern, aber durchaus für eine Unterstützung der Bauindustrie. (83% der Deutschen sind laut Harris Interactive gegen die Unterstützung von Versicherungen, 75% sind gegen die Rettung von Banken durch Steuergelder, nur 57% sind gegen die Rettung von Autoherstellern, nur 45% sind gegen die Rettung von Baufirmen.)

„Die Banken müsste man verstaatlichen.“

Eigentlich sind die Müllers in ihrem Weltbild recht liberal, doch in letzter Zeit empfinden sie mehr und mehr Sympathie für linke Positionen. Sie können der Idee, Banken im Notfall zu verstaatlichen oder zumindest durch Beteiligung zu kontrollieren, einiges abgewinnen. Denn seien wir mal ehrlich: Wer mit Milliarden Euros vom Steuerzahler gerettet wird, sollte diesem doch wohl auch Mitspracherrechte einräumen. (60% der Deutschen sind laut Stern dafür Banken im Notfall zu verstaatlichen.) Den Banken allein trauen die Beiden jedenfalls nicht mehr (70% der Deutschen äußerten offenes Misstrauen gegenüber Banken und Versicherungen.)

Die Idee des starken Staates in der Wirtschaft geht allerdings noch weiter: Angesichts der Ohnmacht gegenüber dem Preisdiktat der Energiebranche stößt der Vorschlag auch Energiekonzerne – im Interesse der Beschäftigten, der Verbraucher und der Umwelt – in die öffentliche Hand zu überführen und staatlich zu kontrollieren bei Thomas und Claudia auf offene Ohren. (Dem stimmen 59% der gesamten Bevölkerung zu.) Auch Schlüsselunternehmen sollten ihrer Ansicht nach mehr vom Staat gelenkt werden. (Eine staatliche Beteiligung an den Schlüssel-Unternehmen befürwortet mit 51% eine knappe Mehrheit der Deutschen.)

Diese Haltung von Thomas und Claudia gründet vor allem auf der Überzeugung, dass der Staat noch am ehesten mehr Sicherheit und Kalkulierbarkeit garantieren kann. Denn: Derjenige, der gewählt wird, sollte doch stärker die Interessen der breiten Masse berücksichtigen als ein rein nach wirtschaftlichen Regeln funktionierendes Unternehmen.

„Wir waren schon immer der sicherheitsbewusste Anleger.“

Thomas und Claudia gehen bei ihren Geldanlagen eher auf Nummer sicher. Wie die meisten Deutschen(52%) geben sie an, überwiegend sicherheitsorientierte Anlagen zu besitzen. (Nur 9% der Deutschen sind risikofreudiger und setzen auf überwiegend renditeorientierte Bankanlagen. Über ein ausgewogenes Portfolio – also gleich viele sicherheits- und renditeorientierte Anlagen – verfügt ein Fünftel der Deutschen – 21%.)

Claudia und Thomas verfügen über ein Sparbuch (69%) für das Ersparte und ein Girokonto (96%) für den monatlichen Gehaltseingang und den täglichen Finanzbedarf. Auch einen Bausparvertrag nennen sie ihr Eigen (47%). Renditestärken „neumodischen“ Anlageformen vertrauen sie jedoch nicht: Die Müllers besitzen weder ein Tagesgeldkonto (32%), keinen Aktienfonds (25%) und schon gar keine wackeligen Zertifikate (4%).

Die Struktur des persönlichen Anlageportfolios korreliert stark mit der individuellen wirtschaftlichen Lage: Risikoreichere Anlagen werden meist erst dann gewählt, wenn der Bedarf an Sicherheit und Liquidität gedeckt ist. Die meisten Haushalte (46%) halten zwei bis drei verschiedene Anlageformen.

„Klar, dass wir jetzt auch was auf die hohe Kante legen.“

Die Deutschen sparen so viel wie seit 14 Jahren nicht mehr. Die privaten Haushalte haben im ersten Halbjahr durchschnittlich 180 Euro pro Monat auf die hohe Kante gelegt, das sind zehn Euro mehr als im Vorjahr. Insgesamt wurden fast 89 Milliarden Euro beiseite gelegt – auch, um für den Konjunkturabschwung gewappnet zu sein. Für die Sparquote wird für dieses Jahr eine Steigerung von 10,8 auf 11,2 Prozent prognostiziert. Das entspreche einem Betrag von 177 Milliarden Euro.

In den letzten Monaten hat sich diese Sparneigung noch verschärft: Etwas mehr Bürger als noch im Oktober geben an, sie hätten einen Teil ihrer Ersparnisse anders angelegt, um sich vor Verlusten zu schützen. Dieser Anteil stieg von 20% auf nunmehr 26%.

Das Bedürfnis nach Sicherheit zeigt sich auch in der Wahl des Finanzinstituts. Gerade die gefühlt sicheren Sparkassen legen zu: Die Hamburger Sparkasse, größte von insgesamt 443 Sparkassen in Deutschland, zählt 500 neue Kunden und 500 Millionen Euro mehr Einlagen als noch Mitte September. Das zweitgrößte Institut, die Sparkasse Köln-Bonn, nahm im gleichen Zeitraum 355 Millionen Euro zusätzlicher Einlagen ein, und die Stadtsparkasse München spricht von 200 Millionen Euro.

„Unser Anlageverhalten hat sich eigentlich nicht verändert.“

Angesichts des sehr konservativen Portfolios der Müllers gab es für sie nach dem Finanzmarkt-Crash nicht das Bedürfnis ihr Anlageverhalten zu verändern: Noch sicherer als bisher geht es schlichtweg nicht. (Für 74% der Deutschen hat sich laut Comdirect der Umgang mit Geld und das Anlageverhalten nicht verändert.)

„Geld haben wir keines verloren.“

Da die Müllers nicht über gefährdete Anlagen verfügten (siehe obigen Punkt zum Anlageverhalten der Deutschen), waren sie auch nicht direkt finanziell von der Finanzkrise betroffen. (Der Anteil der Anleger, die Anlagen der betroffenen Institute – Lehmann Brothers, Kaupthing etc. – hielten, kann als verschwindend gering betrachtet werden.)

„Die Politiker haben doch schon lange den Überblick verloren.“

Der Politik trauen Thomas und Claudia – im Vergleich etwa zur freien Wirtschaft – zwar noch am meisten (mehr als z.B. den Finanzinstituten). Allerdings ist hält sich das Vertrauen deutlich in Grenzen. Sie sind wie ein Großteil ihrer Mitbürger recht desillusioniert angesichts des Einflusses staatlicher Kontrollversuche. (52% der Deutschen sagen, dass die Bundesregierung angesichts der Kreditkrise den Überblick verloren hat.)

Einzelpersonen kommen diesbezüglich besser weg: Allen voran Barack Obama. In ihm projizieren Thomas und Claudia tatsächlich so etwas wie Hoffnung. Seine Erlöserbotschaft „Yes, we can.“ kommt bei ihnen sehr gut an. Thomas findet, dass der junge amerikanische Präsident die Kraft ausstrahlt, tatsächlich etwas verändern zu können. Gleichzeitig ist er auch der Meinung, dass nur im Ausgangsland der Krise – gewissermaßen an der Wurzel allen Übels – eine Lösung gefunden werden kann. Deutschen Politikern wird in dieser Hinsicht weniger Lösungskompetenz zugesprochen (Laut Tagesthemen trauen 80% Obama die Lösung der Krise zu, 58% Angela Merkel und 55% der EU.)

„Jan ist ganz zuversichtlich. Bis der arbeiten muss, ist eh alles wieder gut.“

Jan tangiert die Finanzkrise wenig: Sicher macht er sich manchmal Sorgen um den Arbeitsplatz seiner Eltern, aber ein echtes Gesprächsthema ist es für ihn nicht. Auch die der breiten Mitte der Gesellschaft weit verbreiteten diffusen Skepsis angesichts der Zukunft schaut seine Generation eher zuversichtlich in die Zukunft (56% der 18-24jährigen sind optimistisch, während die mittlere Generation der 45-59jährigen –47% – sowie die ältere Generation der über 60jährigen –44% – einen Einbruch des Lebensstandards befürchtet.)

Ob diese divergierenden Einschätzungen in der Naivität junger Menschen wie Jan oder aber in der fehlenden Flexibilität der Claudia-Thomas-Generation begründet liegt, sei dahingestellt.

„Das Schlimmste kommt vermutlich noch.“

Claudia und Thomas sind der festen Überzeugung , dass den Deutschen das Schlimmste noch bevorsteht. (76% der Deutschen vertreten laut Tagesthemen diese Meinung.) Für 2009 herrscht jedoch knappmehrheitlich noch positive Stimmung: Für dieses Jahr hoffen Thomas und Claudia noch mit einem blauen Auge davon zu kommen. (49% sind laut Ernest&Young der Meinung, dass sich ihre finanzielle Lage in diesem Jahr nicht verschlechtern wird.)

Es herrscht somit eher ein Klima diffuser Angst vor der längerfristigen Zukunft, als dass die Müllers klar benennen könnten, wo vor sie sich fürchten.

Wie die WM das Leben der Müllers verändert hat.

Ein Land im Aufnahmezustand.

Dass die Weltmeisterschaft den Deutschen und dem Rest der Welt ein unvergessenes Erlebnis beschert hat, wird dieser Tage immer häufiger festgestellt. An allen Ecken und Enden werden WM-Bilanzen gezogen: Die Behörden ziehen Sicherheitsfazits, der Einzelhandel berichtet über seine Verkaufsschlager sowie Ladenhüter, und das Fernsehen präsentiert seine Einschaltquoten.

M llers WM2006  Wie die WM das Leben der Müllers verändert hat.

Entscheidender scheint aber uns die Frage: Wie haben die meisten Deutschen und unsere Müllers die WM erlebt?

Aus einer sicheren Abwehr heraus in den Rausch gespielt.

Ein bisschen Sorgen gemacht hatte sich Claudia Müller schon. Während ihre beiden „Jungs“, Thomas und Jan, schon Wochen vor Turnierbeginn dem Eröffnungsspiel entgegenfieberten und zuhause den WM-Spielplan anbrachten, begegnete sie dem Spektakel mit gemischten Gefühlen. Zu oft hatten die Medien über potentielle Gefahrenherde berichtet: Die Nachrichten von osteuropäischen Hooligans und Fußballstadien als potentielle Terrorziele bereiteten ihr ziemliche Sorgen. Um auf Nummer sicher zu gehen, wollte sie zumindest auf öffentliche Verkehrsmittel verzichten und auch ihren Sohn darum bitten.

Allerdings mochte sie sich auch nicht die Lust auf das Großereignis nehmen lassen: Schließlich würde die Welt zu Gast in Deutschland sein – so was erlebt man ja nicht alle Tage. Tickets bestellt haben die Müllers jedoch nicht – das war bei den gepfefferten Preisen einfach nicht drin. Neben dem Spielplan wurde lediglich noch das Panini-Heft gekauft, mit dem man sich schon einmal mit den ganzen Teams beschäftigen konnte. Das Heft weckte bei Thomas vor allem  Erinnerungen an die WM 1990, die er so innig verfolgt hatte. Insofern hatte Jan des Papas ganze Unterstützung, wenn es darum ging, das Heft voll zu bekommen.

Jetzt geht’s los!

Als dann der Ball das erste Mal rollte und Deutschland wenig später das erste Spiel gewonnen hatte, waren Claudias Zweifel verflogen. Mit dem Tippspiel in der Firma, bei dem sie erst gar nicht mitmachen wollte, kam dann auch sie richtig in Stimmung. Plötzlich war der Fußball das Thema Nummer eins – nicht mehr bloß für die Jungs.
 Die tolle Stimmung, die plötzlich das Land erfasste, begeisterte auch die Müllers: Bereits zum zweiten Deutschland-Spiel luden sie ein paar Freunde ein und veranstalteten eine kleine WM-Party.

wm einladung  Wie die WM das Leben der Müllers verändert hat.

Toll fanden die Müllers vor allem, wie die Bevölkerung plötzlich mit den nationalen Symbolen umging: Überall Fähnchen an Autos und Flaggen an den Balkonen – das war schon super. Eine eigene Fahne kauften sie sich trotzdem nicht – die waren schließlich ganz schön teuer, außerdem muss man ja auch nicht alles mitmachen. Jan sah das anders: Er hatte sich schon zum allerersten Spiel sein Podolski-Trikot angezogen und eine Deutschland-Flagge ins Gesicht malen lassen.

Oh, wie ist das schön…

Nach ein paar Spieltagen hatte die WM auch den Alltag der Müllers fest im Griff. Natürlich durften Thomas und Claudia die Arbeit und den Haushalt nicht vernachlässigen, aber nach Feierabend hieß es: Ab an den Fernseher. Zum Glück gab es während der vier Wochen neue Öffnungszeiten, sonst wäre es manchmal richtig eng geworden mit dem Einkaufen.
 Jan schaute meist schon die Nachmittags-Spiele und durfte dafür sogar vor dem Fernseher Mittag essen. Auch wenn es nebenbei genug zu tun gab, erwischte sich Claudia immer öfter dabei, selber mitzugucken. 
Nach und nach stellten die Müllers den ganzen Tagesablauf auf die WM ein. Selbst die Institution Abendbrot fiel König Fußball zum Opfer: Da wurde entweder auf die Schnelle zwischen den Spielen gegessen – oder gar vor dem Fernseher.
 Und wenn man die Spiele nicht alle gucken konnte – wie Thomas, dessen Chef leider keinen Beamer aufgestellt hatte, wie von der Belegschaft erhofft – dann schaltete man eben das Radio ein. So war Thomas immer schon bestens informiert, wenn er sich auf den Heimweg machte, um mit Claudia und Jan die Abend-Spiele zu gucken. Am besten gefiel allen dreien die Moderation von Jürgen Klopp. Der war locker drauf und hatte außerdem richtig Ahnung von Fußball, wie Jan fand. Insgesamt verbrachten die Müllers viel mehr Zeit vor dem Fernseher als sonst – allerdings meist alle zusammen, was Claudia besonders freute.

Auch wenn sich Claudia alle Mühe gab, trotz der WM keine Unordnung aufkommen zu lassen – das gemeinsame Wohnzimmer sah trotzdem immer ein wenig nach WM aus:

Bild 2

Der Spielplan griffbereit, das Panini-Heft auf dem Couchtisch und die übrig geblieben Chips-Tüten vom Vorabend warteten schon auf die die nächste Partie. Außerdem hielt es Jan irgendwie für nötig, sein Deutschland-Trikot immer parat zu haben, obwohl Claudia es schon mehrfach weggeräumt hatte. Thomas hätte am liebsten auch den Bierkasten direkt ans Sofa gestellt – das war seiner Frau dann aber doch zuviel. WM hin oder her: Ordnung muss sein.

… so was hat man lange nicht gesehen.

Zusammen etwas draußen unternommen hatten die Müllers schon lange nicht mehr. Jan hatte irgendwie nicht mehr so richtig Lust, was mit seinen Eltern zu unternehmen und Thomas und Claudia … irgendwie fehlt ihnen doch immer die Zeit dafür. Aber jetzt zur WM war alles ein bisschen anders: Weil auch ihre Freunde voll im Fußballfieber waren, gingen die Müllers mindestens einmal die Woche aus, um im Garten von Freunden zusammen ein Spiel zu gucken und dabei zu grillen. Dort war immer richtig was los: Es gab ordentlich Bier und Chips und der Garten wurde mit Deutschland-Fahnen und Girlanden geschmückt. Vor den Deutschland-Spielen wurde sogar kollektiv aufgestanden und die Hymne gesungen – ziemlich schief zwar, aber es war doch ein tolles Gefühl. Die Jungs warfen sich vorher noch in ihre Trikots (Thomas hatte ein altes Klinsmann-Trikot von seinem Arbeitskollegen bekommen) und Claudia bereitete immer eine kleine WM-Leckerei vor: Für das Spiel Deutschland gegen Schweden gab es eine richtige Fußball-Torte mit Toren und den Flaggen der Mannschaften drauf.

Steht auf, wenn Ihr…

Nachdem seine Freunde ihm schon ein paar Mal davon erzählt hatten, wollte Jan nach der Vorrunde auch endlich mal ein Spiel beim „Public Viewing“ am Roncalli-Platz nahe dem Dom gucken. Claudia war immer noch ein wenig skeptisch – schließlich sind dort so viele Betrunkene – deshalb ging Thomas auch mit. Auf dem Weg zum Spiel hatten sich beide noch schnell das Deutschland-Tattoo der BILD- Zeitung auf den Arm geklebt und in Jan Panini-Heft noch mal die Spieler des Gegners zusammen angeguckt. Nachher waren beide ganz begeistert: Alle hatten gemeinsam gesungen und Arm-in-Arm gebangt, als es gegen Argentinien ins Elfmeterschießen ging. Wer hätte gedacht, dass man mal so entspannt für Deutschland fiebern könnte. Eine tolle Sache! Auf dem Weg nach Hause konnte Thomas nicht anders und besorgte Claudia eine Deutschland-Girlande, die sie beim nächsten Spiel tragen konnte.

Die Welt zu Gast bei Freunden. Natürlich merkten auch die Müllers, wie viele ausländische Gäste nach Deutschland gereist waren. Aber so richtig Kontakt hatten sie mit denen nur einmal: Als Jan zusammen mit seinem Vater unterwegs war, trafen sie am Dom einen italienischen Fan. Nach einer kurzen Unterhaltung, die etwas schwierig war, weil keiner richtig gut Englisch konnte, kamen sie jedoch auf ihre Panini-Hefte zu sprechen: Jan hatte wie immer ein paar lose Bilder dabei und so tauschten die beiden fleißig. Bestimmt eine tolle Erfahrung für den Sohn, dachte sich Thomas.

Auf geht’s, Deutschland…

Die WM-Bilanz der Müllers fällt eindeutig aus: Ein tolles Erlebnis, dass man auf keinen Fall vergessen wird. Thomas und Claudia glauben jedenfalls, dass die WM für ganz Deutschland ein Riesenerfolg war. Alle Deutschen schienen irgendwie zusammengerückt zu sein und hätten endlich ein unverkrampfteres Verhältnis zu sich selbst entwickelt. Auch wenn die Müllers selbst auf eine Fahne verzichtet hatten – der Gesamteindruck von all dem Schwarz-Rot-Gold war einfach umwerfend. Die Müllers sind schon immer stolz auf Deutschland gewesen und waren deshalb froh, das auch mal zeigen zu können. Allerdings glauben sie auch, dass diese Stimmung nach der WM schnell verfliegen werde. Schade eigentlich.
 Dennoch: als Gastgeber hat Deutschland viele Punkte sammeln können, glaubt Thomas. Alles sei sicher und gut organisiert gewesen und die Feier-Stimmung war viel besser als bei den letzten Turnieren. Nicht umsonst schreiben die Zeitungen von „der besten WM aller Zeiten“.
 Heute, einige Wochen nach der WM, ist die WM bei den Müllers jedoch nur noch selten Thema: Bei ihrem jährlichen Urlaub auf Usedom standen bereits die Sorgen des Alltags wieder im Mittelpunkt. Auch wenn sie dort endlich mal ausspannen konnten, drehen sich die Gedanken schon wieder um Jans nächstes Schuljahr… und auch die leidigen Finanzsorgen sind wieder da.
 Dennoch: das Interesse an Fußball ist stärker denn je. Jan wird auch weiterhin seinem Verein FC Köln die Daumen drücken, auch wenn sein großes Vorbild Podolski jetzt beim allmächtigen FC Bayern kickt. Auch Thomas ist weiterhin im Fußball-Fieber und hatte kurzzeitig sogar überlegt, sich einen Pay-TV-Zugang anzulegen. Das ist ihm aber doch zu teuer. Stattdessen will er lieber öfter mal bei Freunden oder in der Kneipe gucken. Vielleicht kommt ja auch Claudia mal mit? Die hat schließlich auch ihr Interesse an dem Sport entdeckt. Da bald auch die Qualifikationsspiele für die EM anstehen, planen die Müllers auf jeden Fall, das eine oder andere Spiel zuhause zu zelebrieren. Oder wie wär’s mit gemeinsamen Tatort-Abenden; das gemeinsame Fernsehen hat schließlich richtig Spaß gemacht.
Die Fußballabende finden natürlich im Wohnzimmer statt, das sich als Heimspielstätte bewährt hat. Und die wesentlichen Utensilien hat man dort auch immer parat. Die Girlande ist im Schrank verstaut, zusammen mit den anderen Reliquien der WM-Wochen: Der Spielplan, den man nicht wegschmeisst, weil er so viele Erinnerungen birgt; das Paniniheft, das Jan in Papier eingeschlagen und stets griffbereit hat und das Deutschland-Trikot, das Thomas seinem Kumpel erstmal nicht zurückgeben braucht.

Die WM bei den Müllers: Nicht spektakulär, aber doch besonders.

Die häufigste Familie Deutschlands hat sich fantastisch amüsiert, hat gefeiert und getrauert – und kehrt nun zum Alltag zurück, mit all seinen Nöten und Pflichten. Aber sie haben auch eine Menge mitgenommen: Erinnerungen, Souvenirs, Lehren.

Quellen: GfK-Studie “WM heizt Kauflust an”; Haus+Garten-Studie “Fußball-Fernseh-Fieber”; Postbank-Studie “Einstellungen der Frauen zur FIFA WM 2006″; Studien zur WM der Uni Hohenheim; AIESEC-Studie “Gastfreundlichkeit”; Handelsblatt.com; Die Welt; Leipziger Volkszeitung; ZEITWissen.