Claudia und Thomas auf dem Friedhof.
18. Nov. 2011 von Anke Strunz

Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool
Der Tod und das Mädchen die Müllers.
Über das Thema Tod und Sterben denken die Müllers nicht oft nach. Mit Freunden reden sie nur sehr selten darüber. (lediglich 6% der Deutschen reden mit Freunden/Bekannten über dieses Thema, analog: 56% der Familien haben noch nie über Organspende gesprochen. Vgl. TNS Infratest/Europäische Kommission 2009, Forsa/Comdirect 2009). Doch am kommenden Sonntag ist Totensonntag, der letzte Sonntag des Kirchenjahres. Ein Datum, das Viele nutzen um ihren verstorbenen Verwandten zu gedenken. Und auch Claudia und Thomas Müller werden die Gelegenheit wahrnehmen und den Verstorbenen einen Friedhofsbesuch abstatten.
Alles Geschäftemacherei!
Das Grabgesteck, dass sie mitbringen werden, hat Claudia bereits gekauft. Ziemlich teuer war das ihrer Meinung nach. Und damit steht sie nicht allein da. Rund ein Drittel der Deutschen halten die Angebote rund um Trauer, Beisetzung, Blumenkränze und Co. für eine ziemliche Geschäftemacherei (Umfrage der Apothekenumschau, 2011).
Gesellschaftliche Trends machen auch vor dem Friedhof nicht halt.
Doch was heute als „Geschäftemacherei“ verteufelt wird, galt noch vor 100 Jahren als Prestigesymbol. Als Zeichen des bürgerlichen Wohlstands konnten die Grabstätten nicht pompös genug sein. Parallel zum Boom öffentlicher Denkmäler auf städtischen Plätzen und Straßen entwickelte sich ein regelrechter „Grabdenkmal-Kult“ (Norbert Fischer, 1999). Die Überbleibsel dessen –mit Moos bewachsene und in Efeu gebettete Grabfiguren– verführen Claudia und Thomas auch heute noch zu einem romantischen Spaziergang über den Gottesacker. Dabei fallen Claudia auch die vielen unterschiedlichen Gräber und Bepflanzungen auf. Herr Terfrüchte von der Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner bestätigt: „Die Gestaltung der Gräber wird immer individueller und freier. Wo früher Erika und Efeu dominierten, durchsetzen heute Strukturbeete das Einheitsgrau des Friedhofs. Sie werden auf Grabstein, Umgebung und persönliche Vorlieben der Hinterbliebenen und/oder Verstorbenen abgestimmt.“
Der Friedhof also ein Spiegelbild des Individualisierungstrends?
Weniger Christen, weniger Erdbestattung.
Auch wenn die Mausoleen des Friedhofs den Müllers imponieren, darin begraben sein möchten sie nicht. Sie bevorzugen eine schlichte Feuerbestattung. 2011 wünschten sich auch 48% der Deutschen diese Art der Beisetzung. (2010 wurde für 46% der Verstorbenen diese Methode gewählt. Tendenz steigend: +20% seit 1999. In Köln liegt der Anteil sogar bei 55%. Vgl. Bundesverband Deutscher Bestatter, TNS Emnid, Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner).
Ihre Meinung dazu: Unsere letzte Ruhestätte soll pflegeleicht und einfach sein. Denn ob sich Jan später um das Grab der Eltern kümmern kann und will – steht noch in den Sternen (Und deswegen werden sich die Müllers in späteren Jahren vermehrt selbst um die Grabversorgung kümmern. Besucher von Vorsoge-Veranstaltungen sind überwiegend um die 70 Jahre, unsere Müllers haben daher noch ein paar Jahre Zeit, Vgl. Herr Terfrüchte von der Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner).
Doch mit der Zunahme von Feuerbestattung zeigt sich nicht nur eine zunehmende Mobilisierung der Gesellschaft (Jan) und ein Trend zu Einfachheit und Reduktion, sondern vor allem auch ein fundamentaler Wandel im Glauben. Mit der abnehmenden Bedeutung der Grablegung Christi und dem Glauben an eine Auferstehung hat auch die Erdbestattung an Relevanz verloren (Anteil der Konfessionslosen 1990: 22,4%, 2010: 34,6%, vgl. FOWID).
Aber genug über den Tod philosophiert! Der Totensonntag bedeutet schließlich nicht nur Trauer und Gedenken, sondern läutet auch die Vorweihnachtszeit ein. Ab Montag heißt es wieder: Weihnachtsmarktidylle, Glühwein und gebrannte Mandeln. Und darauf freuen sich die Müllers ganz besonders. Aber davon später mehr…
Kölle Alaaf! Die Müllers und der Karneval.
10. Nov. 2011 von Maryam Warnke

Morgen am 11.11.2011 um 11:11 Uhr ist es wieder soweit für den Karnevalsanfang!
53% der Deutschen sind eher als Karnevalsmuffel zu betrachten, aber die Müllers leben in NRW, und da wird die 5. Jahreszeit kräftig zelebriert und gefeiert!
Obwohl die Karnevalszeit jetzt erst eingeläutet wird und die richtige Sause zur Weiberfastnacht erst noch bevor steht, stimmen sich die Müllers wie 58% der Karnevalsbegeisterten jetzt schon auf die kommenden Monate ein. Die Müllers freuen sich schon das ganze Jahr darauf, denn Karneval finden sie einfach super. Wie 65% der Deutschen finden die Müllers außerdem, dass Karneval definitiv zeitgemäß ist.
„Köln ist Deutschlands Karnevalhauptstadt Nr.1“
Müllers wohnen mitten drin im Karnevalsgetümmel, denn Köln ist Karnevalhauptstadt Nr. 1 in Deutschland. Das jedenfalls meinen die Müllers und 48% der Deutschen stimmen ihnen zu. Erst mit großem Abstand folgen Mainz (17,2 %), Düsseldorf (12,7 %) und Bonn(7,5 %).
„Ich freue mich auf die bunten Umzüge und Büttenreden“
Claudia und Thomas freuen sich wie 64% der Deutschen besonders auf die Umzüge mit den Motivwagen und auf die Büttenreden (wie 58% der Deutschen). Außerdem gefällt den Beiden, dass zu dieser Zeit die sonstigen gesellschaftlichen Unterschiede nicht gelten (wie 54% der Deutschen). Jan hat für Motivwagen und Büttenreden allerdings nicht wirklich viel übrig. Wie die Mehrheit der Deutschen Teenager lassen Jan die Büttenreden zu Karneval kalt (51%). Für ihn ist Karneval eher die Zeit sich mit Freunden zu treffen und zu feiern.
„Mich zu Karneval zu verkleiden ist mir wichtig“
Claudia freut sich wie 58% der Frauen besonders auf das Verkleiden, wohingegen Thomas sich mehr auf die abendlichen Kneipengänge mit seinen Kumpels freut. In der Kneipe wird dann bei einem Glas Reissdorf Kölsch (Marktführer) das Viva Colonia angestimmt und freudig geschunkelt.
Der 11. November ist auch Martinstag.
Der 11. November wird auch Martinstag genannt, angelehnt an den heiligen Martin von Tours der seinen Mantel teilte um einem frierenden Bettler zu helfen. Neben den üblichen Reden zum Karnevalsanfang gibt es daher vielerorts die Martinstag Umzüge bei denen Kinder mit Laternen freudig durch die Städte und Dörfer ziehen und dabei Martinslieder singen wie: “Ich gehe mit meiner Laterne…“.Das hat Jan früher auch gemacht doch aus dem Alter ist er heute definitiv raus, was Claudia sehr bedauert.
Wir wünschen den Müllers mit einem lauten „Kölle Alaaf“ einen schönen Karnevalsanfang!
Quellen:
EMNID: Umfrage zu Karneval in Deutschland (2010)
ifD Allensbach: Finden sie Karneval noch Zeitgemäß? (2009)
TNS emnid: Welche der Karnevalsformen gefallen ihnen am besten? (2009)
Forsa/Stern: Wie ist ihre Einstellung zu Karneval in Deutschland? (2010)
FAZ- Umfrage: Köln ist die Hauptstadt des Karnevals (2010)
www.koeln.bonn.business-on.de- Karnevals Umfrage (2010)
www.deutschland-deluxe.de – Karneval in Köln (2010)
www.heiliger-martin.de- Legenden
Bildquelle:
Flickr.com: Instant Geniesser- Karneval in Köln 2008


