Die Müllers und die Griechenlandkrise.
26. May. 2010 von Tim Kestermann
Eine Anmerkung vorab: Wir erforschen die Müllers und ihre Einstellungen anhand statistischer Daten. Dabei interessiert uns nicht nur ihr Konsumverhalten, sondern auch was sie zu allgemeinen Themen denken. Folgende Darstellungen entsprechen aktuellen Daten – nicht mehr und nicht weniger. Werfen wir also Licht auf die Frage: Europa in der Krise, was denken die Müllers darüber?
-
Das politische Streitthema Griechenland spielt auch im Hause Müller eine große Rolle. Schließlich hören und lesen Claudia und Thomas seit Wochen nichts anderes mehr.
Dass Deutschland Griechenland nun mit einem Milliardenkredit unterstützt, wollen Thomas und Claudia nicht befürworten (57% sagen, dies sei eine schlechte Entscheidung).
Denn auch wenn für Thomas die Griechen an der Krise selbst Schuld sind (59% sehen das so), rette man ja eh wieder nur die Banken (53% sind nur für Hilfe, wenn sich auch die Banken daran beteiligen).
Die einfachste Lösung wäre, wenn man Griechenland aus der Eurozone ausschließt, findet Thomas (45%). Claudia ist jedoch nicht für solche radikalen Maßnahmen und gehört damit zur leichten Mehrheit (49%).
Denn auch wenn die Milliardenhilfe bestimmt irgendwie die deutsche Wirtschaft beeinträchtigt („eher ja“ sagen 40,1%), ist die akute Gefahr für Claudia und Thomas noch nicht in Sicht (53% sagen, die griechische Schuldenkrise beeinflusst Deutschland „nicht so stark“).
Das erklärt auch, wieso Thomas und Claudia ihren privaten Haushalt, wie schon vor zwei Jahren, mit „befriedigend“ bewerten (39,7%).
Die Griechenlandkrise spielt sich also vorrangig in den Medien ab und hat (noch) keinen direkten Einfluss auf das Verhalten der Müllers.
Am Urlaub werden sie jedenfalls auch in diesem Jahr nicht sparen und wie gewohnt an die deutsche Ostseeküste fahren (Ostsee beliebtestes Reiseziel der Deutschen. Griechenland liegt im Vergleich auf Platz 5).
Quellen: Emnid für N24, Infratest dimap, ZDF Politbarometer, YouGov 12nach12, TdW 2010 III, ADAC
Alles Gute zum Muttertag!
09. May. 2010 von Tim Kestermann
Comments Off
Insgesamt 68% der Deutschen halten den Muttertag für zeitgemäß.
So ist es für Thomas und Jan Ehrensache, sich mit durchschnittlich 25 EUR am Schnittblumenumsatz zu beteiligen, um Claudia eine Freude zu machen (auf mehr als 100 Mio. EUR steigt der Blumenumsatz in der Muttertagswoche).
Doch wichtiger als ein Strauß Blumen sind für Claudia die emotionalen Werte, die ihr ihre zwei Männer geben. So bedeutet für sie Familie in erster Linie gegenseitige Hilfe (84%), Liebe (83%) und Vertrauen (81%).
Jan ist ein Wunschkind, bzw. war es für Claudia und Thomas absolut klar, später einmal Kinder zu haben (77% der Deutschen finden das wichtig bis sehr wichtig). Und sie bereuen es nicht – wie 70% der Deutschen genießen sie ihre Elternrolle.
Dabei zählt sowohl das junge Elternglück als auch das gute Gefühl, im Alter nicht allein zu sein (77% der Männer und 82% der Frauen sagen, die Familie gibt beim Gedanken an das Alter Zuversicht).
Und auch für Jan ist die Familie, Pubertät hin oder her, wichtig zum Glücklichsein (72% der Jugendlichen im Alter von 12-25 bejahen dies).
Dabei übt in der Familie die Mutter den wichtigsten Einfluss auf die Entwicklung aus (zu 48% sind es die Mütter, nur zu 39% die Väter). Das erstaunt nicht, hat Jan als Kind im Durchschnitt pro Tag 3 Stunden mehr mit Claudia als mit Thomas verbracht (mit dem Kind verbrachte Stunden werktags: Mütter 5,1 Std. vs. Väter 2,1 Std.).
Natürlich waren sich auch Thomas und Claudia in der Erziehung nicht immer einig (für 45% der Eltern ist die Kindererziehung ein Streitthema). Doch in den wichtigsten Punkten herrscht Einvernehmen: Jan soll höflich sein und sich gut benehmen (88%), Arbeit ordentlich und gewissenhaft tun (76%), durchsetzungsfähig sein und vielseitige Bildung erfahren (jeweils 74%).
Auch wenn Jan das nicht immer passt – besonders nervt ihn das Genörgel er säße zu viel vorm TV und PC (für 85% der Eltern Erziehungsproblem Nr. 1) – versteht er sich mit seinen Eltern ganz gut (52% der Jugendlichen „kommen klar“).
Wie 49,8% der Deutschen würde er seiner Mutter sogar den Oscar verleihen. Wenn Claudia das wüsste, wäre ihr Tag bestimmt perfekt…
Wir wünschen Claudia und 25,04 Mio. Müttern in Deutschland (davon 8,9 Mio. mit Kindern unter 18 Jahren im Haushalt) einen überdurchschnittlich schönen Muttertag!
Quellen: Polit/Usuma für Focus, Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE), IfD Allensbach, SOEP, Shell Jugendstudie, Forsa für Johanniter Unfallhilfe, IfD Generationenbarometer, IfD für Stiftung Lesen, TNS Infratest, Typologie der Wünsche TdWi 2010 III, Statistisches Bundesamt.



