Weihnachten 2009
30. Nov. 2009 von Sarah Haag
„Alle Jahre wieder…“ feiern Müllers Weihnachten auf die gleiche Art und Weise, wie sie es gewohnt sind. Schließlich ist es das Traditionsfest schlechthin.
Vor allem die Familie steht, wie für über 80% der Deutschen, im Vordergrund. Wann findet man sonst die Zeit, die ganze Verwandtschaft um sich zu versammeln, wenn nicht an Weihnachten.
Heiligabend wird, wie in jedem zweiten Haushalt, im kleinen Kreis zelebriert. Nur die Großeltern kommen zu Besuch. Am Abend gibt es Claudias legendären Kartoffelsalat mit Brühwürstchen. Ein Rezept ihrer Schwiegermutter. Ihr persönlich ist da eigentlich zu viel Majonaise drin, aber Thomas und Jan mögen es so am liebsten.
Zur Kirche gehen sie schon lange nicht mehr. Jan würde sowieso nicht mitkommen und Oma und Opa sind nicht mehr so gut zu Fuß. Tatsächlich besuchen nur noch 50% der Deutschen an Weihnachten den Gottesdienst.
Nach dem Essen versammeln sich alle um den Weihnachtsbaum. Der ist Pflicht (sehen über 70% genauso) und wird jedes Jahr festlich geschmückt. Das macht die ganze Familie zusammen. Die Tanne zieren vor allem Christbaumkugeln in rot, silber und gold, sowie selbstgebastelte Strohsterne. Aus Sicherheitsgründen setzten die Müllers auf elektrische Lichterketten, genau wie die meisten Deutschen. Lametta hingegen ist bei dem Müllers verpönt.
Der Oma zu Liebe wird vor der Bescherung noch gesungen. Eigentlich hören die Müllers lieber Weihnachtshits von der CD, wie jeder zweite Deutsche. Claudia mag es gern klassisch (wie 61%) und Thomas schwört auf die typischen deutschen Weihnachtslieder á la „Oh Tannenbaum“ oder „Stille Nacht“(76%).
Jan singt mehr oder weniger halbherzig mit. Er kann es kaum erwarten die Geschenke auszupacken, die unter dem Baum liegen (für nur noch 8% steht Christi Geburt im Vordergrund, vielmehr ist es das Fest des Schenkens geworden 70%). Ob die gewünschte Spielkonsole dabei ist?
Natürlich kann man nicht immer den 100% richtigen Geschmack des anderen treffen. So ist Claudia über die Parfumauswahl ihres Mannes ein wenig enttäuscht. Wie 53% der Deutschen hat er sein Geschenk im Internet bestellt, da ihm die Innenstädte in der Vorweihnachtszeit eindeutig zu voll sind. Und dabei einfach nach dem schönsten Flacon entschieden. Aber sie zeigt es nicht. Es ist schließlich das Fest der Liebe und die Geste zählt.
Über die Weihnachtsfeiertage wird das Haus so richtig voll. Bekannte und Verwandte aus allen Himmelsrichtungen kommen zu Besuch. Immer eine schöne, aber vor allem auch anstrengende Zeit. Vor allem für Claudia. Da sie den alljährlichen Gänsebraten (50%) herrichtet, verbringt sie etliche Stunden in der Küche, bis sie das dampfende Prachtstück servieren kann.
Abseits des Esstisches wird viel Zeit vor dem Fernseher verbracht (60%). Das Programm gibt einiges her an Spielfilmen und Jahresrückblicken. Mit vollem Bauch bleiben auch nicht viele Alternativen außer faulenzen und lesen.
Nach drei Tagen mit der Familie, Freunden und einigen Kilos mehr auf den Rippen sind alle überrascht, wie schnell sie wieder rum waren. Jetzt dauert es erstmal eine Weile bis es wieder heißt „Alle Jahre wieder…“
Quellen:
Grass Roots Studie: Weihnachtseinkauf im Zeichen der Wirtschaftskrise 2009Deloitte X-Max Survey 2009 Germany, Deloitte X-Max Survey 2008 Germany, Handelsblatt – Tränen unterm Tannenbaum, 31.10.08 Katholische Nachrichtenagentur – Heiligabend gehört der Familie, 22.12.06, EMNID-Umfrage – Heiligabend verliert an Bedeutung als religiöses Fest, 18.12.07, Forsa Umfrage 2008,Emnid Umfrage 2008


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