Die Qual der Wahl
30. Sep. 2009 von Sarah Haag
Dieses Jahr war es wieder soweit. Bundestagswahlen standen an. Ein Thema, das auch die Müllers beschäftigte. „Natürlich geh ich wählen“, so Thomas, „das ist doch der einzige Einfluss auf die Politik, den ich ausüben kann“. Claudia ist da eher skeptischer. Sie meint, irgendwie würden doch eh alle Parteien das gleiche versprechen und im nach hinein sowieso nicht einhalten. Sie wüsste gar nicht, wo sie ihr Kreuzchen machen solle. Eine ähnliche Einstellung haben zwei der Drittel der Nichtwähler. Aber gar nicht zu wählen, fände sich auch nicht gut. Tatsächlich war die Wahlbeteilung nie so gering wie dieses Jahr. Gerade mal 70% machten Gebrauch von ihrem Wahlrecht.
Interessantes Ergebnis, da nie zuvor mehr Aufwand der Parteien betrieben wurde, die Wähler in ihren Bann zu ziehen. Doch leider schreckte dies viele eher ab, als die Wahlfreude anzukurbeln. Ein schönes Tool sei aber der Wahl-O-Mat, so Claudia. Wenn einem der Überblick fehle, hätte man dort immerhin die Möglichkeit der Orientierung. Ob man sich nun für vorgegebene oder doch eine andere Partei entscheide, liege ja in der eigenen Hand.
Da Jan noch nicht volljährig ist und eh nicht wählen darf, interessiert ihn die Bundestagswahl eher weniger. Ihm ist jedoch aufgefallen, dass selbst in seinem geliebten SchülerVZ die Werbetrommel gerührt wird. Manche Politiker haben sogar ein eigenes Profil, wobei er sich nicht sicher ist, ob das nicht irgendjemand spaßeshalber angelegt hat. Auch auf youtube habe er einige Spots und Mitschnitte von Reden entdeckt, sich diese aber nicht richtig angeschaut. „Wenn ich wählen dürfte, dann würde ich Horst Schlämmer mein Kreuzchen geben“, so Jan, der sich Hape Kerkelings Film „Isch kandidiere“ angesehen hat.
Ob sie mit dem Wahlergebnis zufrieden seien, wüssten sie noch nicht. „Wir haben was anderes gewählt. Jetzt heißt es erstmal abwarten, was die neue Regierung auf die Beine stellt“, sind sich Thomas und Claudia einig. An ein Wunder glauben beide nicht.

